Christa Prets: Männersektion im Frauenministerium ist ein schlechter Faschingsscherz

Wien (SK) Europaabgeordnete Christa Prets kritisiert das Vorhaben von Frauenminister Haupt zur Einrichtung einer Abteilung für Männerangelegenheiten in seinem Ressort. "Seit 1957 ist die Gleichstellung als politisches Ziel im EU-Vertrag verankert. Rückblickend auf 40 Jahre EU-Frauenpolitik ist Frau sich über die immer noch bestehende Notwendigkeit zu positiven Maßnahmen, also konkreter Frauenförderung, einig. Minister Haupt scheint da etwas falsch verstanden zu haben. Er betreibt eine Gleichstellungpolitik für Männer", erklärte Prets als Mitglied des Frauenausschusses im Europäischen Parlament heute gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Es ist mir neu, dass Männer aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt wären. Am Arbeitsmarkt ist es eindeutig immer noch so, dass Frauen wesentlich weniger verdienen und allgemein schlechteren Zugang zu Beschäftigung und vor allem zu Führungspositionen haben", betonte Prets.

Die geplante Abteilung 6, Sektion VI, die sich u. a. mit der Vernetzung von Männerorganisationen, -initiativen und -beratungsstellen auseinandersetzen soll, erscheint Prets als ein übler Faschingsscherz des Bundesministers auf Kosten der Frauen. "Angesichts der systematischen Mittelkürzung für die frauenpolitische Öffentlichkeitsarbeit stellt dieser Schritt nach dem neuen Obsorgegesetz, der Reform der Mitversicherung, der Witwenpensionen, der Weiterbildungsregelungen usw. eine weitere konkrete Maßnahme der Regierung zur Unterminierung der Frauenanliegen dar", so die Europaabgeordnete.

"Dass es um die österreichische Frauenpolitik seit dem Regierungswechsel schlecht bestellt ist, wissen wir nicht erst seit dem UN-Bericht vom Jänner des Jahres, der unter Berufung auf die UN-Frauenkonvention von 1982, Österreich ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellt." Die Politik der Regierung laufe allen Bestrebungen der Überwindung von Rollenstereotypen zuwider und wolle den Frauen wieder den Platz am Herd zuweisen, so Prets. Das Lob von Westenthaler sei angesichts der systematischen Zurückdrängung von Frauenpolitik aus dem politischen Alltag und aus dem Frauenministerium im speziellen mehr als zynisch. "Dass Haupt auch von seinen weiblichen Parteikollegen einhelligen Applaus erntet, zeigt deutlich, dass Fraueninteressen von der FPÖ nicht vertreten werden", sagte Prets abschließend. (Schluss) ml/mp

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