DER STANDARD-Interview: "Frauenpolitik ist Hauptsache" Sprecherin der FPÖ-Frauen, Ursula Haubner: Männerabteilung nutzt Frauen - (von Eva Linsinger)

Ausgabe vom 28.2.2001

Wien/Linz - "Frauenpolitik muss die Hauptsache bleiben im Frauenministerium." Das ist für Ursula Haubner, Sprecherin der Initiative freiheitlicher Frauen, Landesrätin in Oberösterreich und Haider- Schwester, völlig klar. Denn wenn Haubner auch durchaus begrüßt, dass es mit der Abteilung VI/6 eine eigene Männerabteilung geben wird, ist ihr schon wichtig: "Es gibt in Frauenangelegenheiten einiges zu tun, die Chancengleichheit ist nicht erreicht, Frauen haben großen Nachholbedarf - wenn ich nur an die Forderung ,gleicher Lohn für gleiche Arbeit" denke."

Daher betont die FPÖ-Frauenpolitikerin im Standard- Gespräch, dass es "nicht infrage kommt, dass die Männerabteilung auf Kosten von Frauenprojekten oder Frauenförderung geht. Wir Frauen werden das genau beobachten - sehen die Männerabteilung aber nicht als Konkurrenz."

Denn in der von Frauenminister Herbert Haupt (FPÖ) gegründeten Männerabteilung werde anderes im Vordergrund stehen, ist Haubner sicher: "Männer brauchen keine Förderung. Männer brauchen Anlaufstellen für ihre Probleme. Etwa Männer, die Alkoholprobleme haben, Männer, die in der Partnerschaft scheitern, Männer, bei denen Gewalt im Spiel war. Hier muss für Männer etwas gemacht werden, ohne Frauenanliegen zu vernachlässigen."

Im Gegensatz zu SPÖ, Grünen und Fraueninitiativen, die durch die Männerabteilung das Ende der Frauenpolitik sehen, ist Haubner überzeugt, dass die Abteilung auch Frauen nutzen werde: "Mein Anliegen ist, dass in der Männerabteilung das Bewusstsein der Männer für Mitverantwortung in der Familie, Partnerschaft und Kindererziehung gestärkt wird. Beruf und Familie zu vereinbaren kann nicht nur Frauensache sein. Wir Frauen haben den Männern zu viel abgenommen bisher." Und eine Männerstelle solle das Bewusstsein schaffen, dass Kindererziehung nicht nur Frauensache sei.

Ob sie sich, wie Klubchef Peter Westenthaler, eine Frau an der Spitze der Männerabteilung wünsche? - "Eine lustige Idee, aber wer die Abteilung leitet, ist zweitrangig."

Klient Sallmutter

Einen möglichen ersten Klienten hat die Männerabteilung schon: Hans Sallmutter, der von Herbert Haupt mündlich abgelöste Sozialversicherungspräsident. Er trägt sich mit dem Gedanken, die Männer-Mobbingberatung in Anspruch zu nehmen. Schlusssatz Sallmutters: "Lei lei!"

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