Exporte in die Beitrittskandidatenländer seit 1995 verdoppelt

Leitl: "Wenn das keine Chance ist, was dann?" - "Markt mit 100 Millionen Konsumenten vor der Haustüre"

Wien(PWK148) Eine der großen Stärken der Wirtschaftskammer Österreich, das Außenwirtschaftsnetz, ist mitverantwortlich dafür, dass Österreich im Rahmen der EU-Erweiterung wieder ins Zentrum des Geschehens, in die Mitte eines zusammenwachsenden Kontinentes, gerückt ist. "Somit bestätigt sich auch diesmal, dass die Wirtschaft lange vor der Politik neue Kooperationen und Gemeinschaften lebt. Daher haben wir heute die Chance, das zu erreichen, was es bereits vor hundert Jahren gab, nämlich einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, einen einheitlichen Arbeitsraum, eine gemeinsame Währung und somit natürlich einen gemeinsamen Lebens- und stabilen Friedensraum", ist Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, heute, Dienstag, vor Journalisten überzeugt.

Den neuesten Außenhandelsstatistiken zufolge profitiert die österreichische Wirtschaft deutlich von der Ostöffnung und von den EU-Beitrittsbemühungen der mittel- und osteuropäischen Staaten (MOEL). Alleine in den Jahren 1995, Österreichs EU-Beitritt, bis 2000 sind unsere Exporte in die 10 Kandidatenländer um 100 Prozent von 65 auf 130 Milliarden Schilling gestiegen. "Dass das aber keine Einbahnstraße ist, zeigen die aktuellen Importzahlen. Ein Plus von 134 Prozent bestätigt die steigende Wettbewerbsfähigkeit der MOEL", zeigt sich Leitl mit der neuen Entwicklung einer Win-Win-Situation auf beiden Seiten zufrieden.

Auch die österreichischen Investitionen in Mittel- und Osteuropa nehmen stark zu.
Laut einer WIFO-Studio stiegen diese im 1. Halbjahr 2000 um 30 Prozent auf 7,1 Milliarden Schilling. Davon entfielen fast 90 % auf die 10 Beitrittskandidaten. Besondere Chancen für Österreichs Exportfirmen ergeben sich durch die EU-Beitrittsvorbereitungen der Kandidatenländer vor allem im Umwelt- und Infrastrukturbereich. "Die EU-Niveaus müssen erreicht werden und Österreichs Wirtschaft kann hier einen großen Beitrag für ihre östlichen Partner leisten", so der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich.

Angesprochen auf die Zukunft der EU-Erweiterung meinte Leitl:
"Turbulenzen wie zu Beginn der 90-er Jahre sind keine zu erwarten, da wir uns jetzt planmäßig darauf vorbereiten können. Schwierigkeiten werden vor allem dann nicht auftreten, wenn es uns gelingt, wechselseitig - auch die andere Seite hat ja Ängste und Befürchtungen - auf einander zuzugehen und sinnvolle Übergangsmaßnahmen zu finden." Von der Idee, einen fixen Zeitrahmen für eine Erweiterungswelle festzulegen, hält der Präsident der WKÖ nicht sehr viel und unterbreitete folgenden Vorschlag: "Für mich scheint eine flexible Übergangsregelung sinnvoller. Besonders in Bereichen wie Arbeitsmarkt, Dienstleistung oder Verkehr sollte man sich nach den jeweils aktuellen Gegebenheiten richten und individuell entscheiden."

"Mit den MOEL haben wir eine große Chance direkt vor unserer Haustüre. Hier öffnet sich ein Markt von 100 Millionen Menschen und somit auch 100 Millionen Konsumenten, dem in den kommenden Jahren ein konstantes Wirtschaftswachstum von drei bis vier Prozent vorausgesagt wird. Wenn das keine Chance ist, was dann?", so Leitl abschließend. (WG)

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