AK fordert endlich Verbesserungen für ÖBB-Kunden

Wien (AK) - Endlich wirkliche Verbesserungen für Bahn-Benützer fordert die AK. "Die ÖBB haben die Preise zwar in nur einem Jahr drei Mal erhöht", kritisiert die AK, "dem stehen aber keine Verbesserungen für Bahnfahrer gegenüber." Im Gegenteil: Die Vorteilscard entpuppe sich für viele Bahn-Kunden als Nachteils-Card, Kundenorientierung sei für das ÖBB-Management oft ein Fremdwort und das Fahrplan-Angebot werde schlechter. "ÖBB-Direktor Stindl hat heute die vielen Beschwerden von Vorteilscard-Inhabern schlichtweg ignoriert", kritisiert die AK. Statt nur über deren Einstellung zu reden, fordert die AK endlich ein kundenfreundliches Konzept für die Nebenbahnen. "Wenn die ÖBB, wie angekündigt, Bahnfahren attraktiver machen will, muss sie damit endlich ernst machen", verlangt die AK. ****

Drei Mal teurer in einem Jahr

Innerhalb nur eines Jahres hat die ÖBB die Preise für Wochen- und Monatskarten für Pendler drei Mal verteuert. Seit Jänner 1999 sind die Wochen- und Monatskarten der Bahn um bis zu 25 Prozent teurer geworden, kritisiert die AK. Das sind 220 Schilling mehr für die Monatskarte von Wien nach Wiener Neustadt. ÖBB-Direktor Stindl spielt die Verteuerung vom Jänner herunter, wenn er sagt, sie habe nur 2,5 Prozent ausgemacht. In Wahrheit müssen Bahnkunden um bis zu 16 Prozent mehr bezahlen. Der Grund: Die Tariferhöhungen und die Verschlechterungen beim Kartenkauf mit der Vorteilscard.

Vorteilscard ist Nachteils-Card
Harte Kritik übt die AK an der zurückgenommenen Ermäßigung beim Kartenkauf mit der Vorteilscard. Vorteilscard-Inhaber, die ihre Fahrkarte wie gewohnt am Schalter kaufen, müssen seit Jänner tiefer in die Taschen greifen. Sie erhalten seit Jänner 2001 statt wie bisher 50 nur mehr 45 Prozent Ermäßigung. Nur bei Kauf per Automat, Handy oder Internet erhält man eine "echte" Halbpreis-Karte. Viele Kunden sind verärgert, weil sie weder ein Handy noch einen Internet-Zugang haben oder es die angepriesene Wahlmöglichkeit zwischen Automat und Schalter an vielen Bahnhöfen einfach nicht gibt. Sie sind daher gezwungen, die teurere Karte am Schalter zu lösen. "Noch nie haben sich so viele Bahnkunden bei uns beschwert, wie seit dieser Vorteilscard-Regelung", sagt die AK. Aber statt auf die vielen Beschwerden einzugehen, spricht ÖBB-Direktor Stindl nur von angeblichen Zuwächsen bei den Vorteilscard-Benutzern

Falsche Sündenböcke

Leidtragende dieser Verteuerungen sind nicht nur die Bahnfahrer und Pendler sondern auch die Beschäftigten an den Bahnschaltern und in den Zügen, sagt die AK. Sie bekommen einerseits den Zorn der Bahnkunden unmittelbar zu spüren, andererseits können sie durch die Systemumstellung leichter weg rationalisiert werden.

AK fordert Konzept für Nebenbahnen

Statt nur über deren Einstellung zu reden, fordert die AK endlich ein kundenfreundliches Konzept für die Nebenbahnen. Für jene Nebenbahnen, die ab dem Sommerfahrplan eingestellt werden, hat ÖBB-Direktor Stindl "Buslösungen und Sammeltaxis" angekündigt. Diese Lösung darf für die ÖBB-Kunden aber auf keinen Fall teurer werden und das Fahrplanangebot darf sich nicht verschlechtern, verlangt die AK. Als vage Versprechung bezeichnet die AK die Stindl-Ankündigung, dass auf einigen Nebenbahnen, wie der Mariazellerbahn, der Ybbstalbahn oder der Pinzgaubahn der Verkehr bis Jahresende 2001 aufrechterhalten wird, "falls ein anderer Betreiber als die ÖBB den Betrieb dieser Strecken aufrecht hält". Die Kunden wissen erst recht nicht, wie es auf "ihrer" Strecke weitergeht.

Mehr Pendlerpauschale

Die Regierung hat nur das große Pendlerpauschale erhöht und nur befristet für das Jahr 2001 - das ist viel zu wenig kritisiert die AK. Vier von fünf Pendler bekommen davon nichts.
Als Abgeltung für Pendler fordert die AK
+ Auch das kleine Pendlerpauschale muss um 30 Prozent erhöht werden. + Das Kilometergeld muss um mindestens 30 Groschen pro Kilometer erhöht werden.

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