Mitbestimmung als Bestandteil der Wiener Integrationspolitik

Brauner: "Wer hier lebt, soll auch mitbestimmen können."

Wien, (OTS) "Die Frage der politischen Partizipation von Zuwanderern in unserer Stadt ist ein heiß diskutiertes Thema des Wahlkampfes", so die Wiener Integrationsstadträtin Mag. Renate Brauner und der Geschäftsführer des Wiener Integrationsfonds Hannes Seitner bei einem Pressegespräch Montag Abend. Hierbei
ginge es selbstverständlich um das aktive und passive Wahlrecht
von MigrantInnen auf Bezirksebene (und um das Wahlrecht zum Gemeinderat). Politische Partizipation von Zuwanderern müsse sich aber auch noch auf viele andere Formen der Teilhabe erstrecken. Brauner: "Dazu gehört die Mitbestimmung im eigenen Grätzl ebenso wie die Mitbestimmung in den Schulen und am Arbeitsplatz." Eine
noch größere Rolle als bisher soll und muss in Zukunft aber die Jugenddemokratie spielen, fordern Integrationsstadträtin Mag. Renate Brauner und WIF Geschäftsführer Hannes Seitner.

Starke Jugenddemokratie als Garant für offene, tolerante Stadt der Zukunft

Brauner und Seitner dazu: "Es gilt das Selbstbewusstsein und damit auch das Politikbewusstsein der Jugendlichen im Allgemeinen, und im Besonderen der so genannten 2. und 3. Generation zu stärken und zu fördern. Denn aus selbstbewussten, an aktiver Mitbestimmung und Mitgestaltung interessierten Kids werden nicht nur Demokratie bewusste Erwachsene. Gerade Jugendliche haben mit dem
"Miteinander" ungleich weniger Probleme als Erwachsene. Eine
starke Jugenddemokratie ist daher der Garant für eine offene, tolerante und kulturell vielfältige Stadt der Zukunft."

Als wichtigen Schritt in diese Richtung bezeichneten Brauner
und Seitner u.a. die Aktionen der Wiener Wahlpartie und hier insbesondere vom Verein Echo (Verein zur Unterstützung Jugendlicher) aber auch die neuesten Projekte von JUBIZ Ottakring (Jugendbildungszentrum) mit dem Lehrgang "go public" und inter>face mit dem im Rahmen des neuen Onlinemagazins ab 9. März geplanten internet voting für kids.

In diesem Sinne wurde nochmals die Notwendigkeit der Einführung des kommunalen Wahlrechtes für MigrantInnen sowie des aktiven und passiven Wahlrechtes für Zuwanderer auf Betriebsrats-und Interessensvertretungsebene bekräftigt. Als für die Zukunft essentielle und sinnvolle Maßnahme zur Förderung der Jugenddemokratie nannte Brauner außerdem die Herabsetzung des Wahlalters.

Demokratie von Jugendlichen für Jugendliche...

"go public" - kommunizieren, moderieren, reden lernen fürs Jugendparlament, für die Schule, für den Betrieb.

"Go public" ist ein Projekt der Volkshochschule Ottakring-Fachbereich Jugendbildung. "Go public" richtet sich an Jugendliche zwischen 15 und 20, die sich in der Schule, im Jugendparlament, im Bezirk, im Betrieb etc. stärker einbringen möchten. Hier bietet "go public" Schlüsselqualifikationen an. Die Angebotspalette umfasst unter anderem Kommunikation, Rhetorik, Moderation, Informationsbeschaffung und Projektmanagement.

Projektleiter und WIF Kuratoriumsmitglied Hikmet Kayahan: "Go public ist kein Ghetto Lehrgang. Vielmehr werden dort mit dem Ziel Vorurteile abzubauen, Jugendliche aus den ethnischen "communities" mit "österreichischen" Jugendlichen zusammengebracht. Vor allem sind auch Mädchen verstärkt in den Lehrgang eingebunden." "Go public" ist ein vom Wiener Integrationsfonds im Rahmen der Initiative "Bildung für Integration" gefördertes Projekt.
Nähere Infos unter: www.topone.at/gopublic.htm, Tel.: 492 08 83 -58, e-mail: jugendliche@hotmail.com.

Inter>face press - ab 9. März internet voting im neuen Onlinemagazin

Inter>face, die Jugend- Kultur- und Bildungswerkstatt des Wiener Integrationsfonds arbeitet schon seit längerem in den Bereichen Radio, TV, Printmedien, Neue Medien und Technologien, Kunst und Kultur sowie Empowerment erfolgreich gemeinsam mit Jugendlichen und für Jugendliche. Im Jahr 2000 haben mehr als
8.000 Jugendliche an inter>face Projekten teilgenommen, den offenen Betrieb oder Veranstaltungen von inter>face besucht. Ab 9. März starten die jungen Medienprofis von inter>face mit einem eignen Onlinemagazin. Inter>face press bietet ab diesem Zeitpunkt nicht nur News, Trends, Tipps, Projekte, Veranstaltungen und
vieles mehr, sondern rechtzeitig vor der Wiener Gemeinderatswahl auch ein internet voting für kids.

Zur Auswahl stehen nicht nur die wahlwerbenden Parteien, wählen kann man auch ob man pro oder contra kommunales Wahlrecht für MigrantInnen eingestellt ist, und ob man für oder gegen die Herabsetzung des Wahlalters auf 16.

Was inter>face sonst noch aktuell bietet:

o Premiere der internationalen Jugendtheatergruppe inter>face mit

dem Stück "Herr der Fliegen", 18.3., 19.30 Interkulttheater: 15 Jugendliche überleben einen Flugzeugabsturz und finden sich auf einer einsamen Insel wieder. Aus Angst vor dem "wilden Tier" bilden sich rivalisierende Parteien, Sündenböcke werden gesucht und gefunden, Machtkämpfe ausgetragen.
o Internet von der weiblichen Seite - Mädchen mit EDV

Grundkenntnissen lernen dort den Umgang mit Internet und C.- Hauptaugenmerk wird auf weibliche web-Seiten gerichtet.
Termine: 16. bis 18. März, Freitag 18 bis 21 Uhr, Samstag, Sonntag: 14 bis 18 Uhr
o Inter>face, die Jugend- Kultur- und Bildungswerkstatt des Wiener

Integratonsfonds in 7., Kenyongasse 15 ist Mo, Di, Do, Fr von 16 bis 21 Uhr , Sa, So von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Tel.: 524 50 15 -0, e-mail: info@interface.or.at; www.interface.or.at/.

Chancengleichheit für ALLE muss zur Normalität werden

Abschließend ist festzustellen: Die 2. und 3. Generation
nimmt in der Frage Wahlrecht einen ganz besonderen Stellenwert
ein. So sind etwa 25% der in Wien lebenden türkischen Staatsbürger, 17% der kroatischen und 16% der jugoslawischen Staatsangehörigen bereits in Wien geboren.

Diese "WienerInnen" sind in ihrem Leben weder zu- noch abgewandert!

Die Wahlfähigen unter von ihnen haben aber trotzdem derzeit keine Chance, mit ihrer Stimme die Politik in dieser Stadt und in diesem Land mitzugestalten. Für die Integrationsstadträtin und den Geschäftsführer des Integrationsfonds ein schlicht unhaltbarer Zustand. Brauner erneuerte in diesem Zusammenhang daher auch ihre langjährige Forderung nach der Doppelstaatsbürgerschaft.

Brauner und Seitner abschließend: "Integration bedeutet in letzter Konsequenz gleichberechtigte Teilnahme und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Integration muss daher im Sinn von Chancengleichheit für alle zur Normalität werden." (Schluss) gph/wb

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