Gewerbeverein: Ist VI/6 wirklich so unnötig?

Wien (OTS) - Dass es - so es überhaupt geschlechtsspezifischer Administratoren bedarf - eine Männerabteilung im Sozialen Sicherheitsministerium gibt, gebietet zumindest der verfassungsrechtlich abgesicherte Gleichbehandlungsgrundsatz.

VI/6 wird sehr bald etwas im eigenen Ministerium zu tun bekommen. Dass in Österreich aus welchen Gründen immer, ausschließlich Männer zumindest acht Monate Dienst für das Vaterland zu absolvieren haben, ist eine Tradition, die nicht vordergründig abzuschaffen sein wird.

Dass aber gerade die herrschende VP/FP-Koalition erstmals Präsenzdienern, die nach dem 1.10.1945 geboren wurden, die verpflichtende Zeit bei Militär oder im Zivildienst bei der Berechnung der Anwartschaft zur Alterspension gestrichen hat, ist wohl eine Männerdiskriminierung, die haarsträubend ist.

Auf Grund seiner Jugend kann sich der Verteidigungsminister wohl nicht daran erinnern, dass es 1968 anlässlich der Krise in der Tschechoslowakei eine Teilmobilmachung gab. Präsenzdiener mussten damals ein weiteres Monat dienen - in der Sozialversicherung unbedankt.

Minister Haupt hätte nicht der Einrichtung von VI/6 bedurft. Es ist wohl eines Rechtsstaates unwürdig, Männern die erzwungenermaßen der Republik dienen, diese Zeiten bei der Zuerkennung der Anwartschaft der Alterspension zu stehlen - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV).

Das Problem wäre ja wohl so einfach zu lösen, wie die Besteuerung der Unfallrenten: Der Kärntner Landeshauptmann baut es in eine Rede ein und spätestens am folgenden Arbeitstag beschäftigt sich der Ministerrat damit. VI/6 ist somit bei dieser Form der Zurufsdemokratie aus dem Bärental überflüssig - für männerspezifische Prostatabeschwerden soll es ja wohl hochbezahlte Fachärzte geben.

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