• 26.02.2001, 10:31:14
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  • OTS0074

Glawischnig kritisiert Säumigkeit von Bund und Ländern bei Atomstrom-Importen

Initiativantrag der Grünen zu Ökostrom

Wien (OTS) - Scharfe Kritik an der Doppelbödigkeit der
österreichischen Anti-Atompolitik übt Eva Glawischnig,
Umweltsprecherin der Grünen, angesichts steigender Atomstrom-Importe
nach Österreich. "Während Landeshauptleute und die Bundesregierung
versuchen, sich der Bevölkerung als große Anti-Temelin-Helden zu
verkaufen, nimmt der Atomstrom-Anteil im österreichischen Netz
kontinuierlich zu und liegt bereits bei rund 12%, Tendenz steigend",
kritisiert Glawischnig. "Bund und Länder sehen dabei seit Jahren
tatenlos zu." Neben ausländischen Stromunternehmen, die auf den
österreichischen Markt drängen, zögern auch österreichische
Energieversorger keine Sekunde, wenn es darum geht, billigen
Atomstrom einzukaufen. Laut Glawischnig liegt die WIENSTROM, zu 100
Prozent im Eigentum der Gemeinde Wien, mit einem Atomstromanteil von
13% im Spitzenfeld der österreichischen Energieunternehmen.
"Bürgermeister Häupl hat es bisher verabsäumt, hier gegenzusteuern.
Wien ist bei den Erneuerbaren Energien - insbesondere bei Biomasse -
noch immer Schlußlicht", so Glawischnig.

Kritik übt die Umweltsprecherin auch an den Plänen von
Wirtschaftsminister Bartenstein, den Stromeinkauf für die
Bundesgebäude (Schulen, Universitäten) neu auszuschreiben.
"Bartenstein legt bei der Neuausschreibung keine ökologischen
Kriterien an, einziges Ziel: Kosten-Optimierung", so Glawischnig.
"Das bedeutet, daß auch die großen Atomstromkonzerne wie z.B. die
deutschen Bayernwerke oder der französische Atomriese EdF mitbieten
werden. Energieversorger, deren Stromproduktion zu über 50% aus
Atomkraft stammt. Auch Temelin-Strom könnte so über den Umweg über
Deutschland in österreichischen Schulen und Universitäten landen",
befürchtet Glawischnig. Der Gesamtstromverbrauch der österreichischen
Bundesgebäude belief sich 1998 auf 507 GWh.

Die Grünen werden in der kommenden Nationalratssitzung einen
Initiativantrag einbringen, wonach die Bundesregierung beauftragt
werden soll, beim Abschluss neuer Stromlieferverträge für den
gesamten Bundesgebäude-Bestand Ökostrom zu bevorzugen. "Eine
Umstellung der öffentlichen Stromversorgung auf Ökostrom ist ein
wichtiges Signal. Die öffentliche Hand soll mit gutem Beispiel
vorangehen und einen wichtigen Nachfrageimpuls für Ökostrom setzen",
so Glawischnig.

Rückfragehinweis: Pressebüro der Grünen im Parlament

Tel.: (01) 40110-6697
http://www.gruene.at
eMail: pressebuero@gruene.at

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