- 26.02.2001, 09:52:47
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- OTS0057
Schweinepest-Verdacht in OÖ: Soll Massentierhalter Beckerle ungeschoren davonkommen? - BILD (web)
VgT erstattet zusätzliche Anzeige wegen Tierquälerei.
Laaben (OTS) - Nach der Aufdeckung des VgT - Verein gegen
Tierfabriken eines Verdachtsfalls von Schweinepest beim
Massentierhalter Adolf Beckerle im oö. Neukirchen/Enknach, Bezirk
Braunau, wurden noch Freitag abend 50 Blutproben genommen. Gestern
hörte man im Radio, daß diese Tiere laut Amtstierarzt Dr. Stöger
angeblich "gesund aussahen". Die Fotos (siehe Anlage) und das uns
zugespielte Video zeigen allerdings ein völlig anderes Bild:
fensterlose Hallen, schlimmste hygienische Zustände, Schweine mit
offenen Verletzungen an den Beinen, abgebissene Schwänze und eben ein
Tier übersät mit typischen pockenartigen Blutungen und schwerster
Atemnot. Wahrscheinlich ist dieses Tier inzwischen verendet oder
wurde beseitigt. Ein Einzelfall? Wurde der Betrieb rechtzeitig
vorgewarnt, um Spuren beseitigen zu können - wie zuvor etliche
"Kollegen" in der Steiermark durch ÖVP-Landesrat Pöltl? Wie sahen die
Tiere in dem Kadaver-Container aus? Alles Fragen, die nur der
Amtstierarzt und die Behörden beantworten könnten.
Unsere jahrelange Erfahrung zeigt, daß sehr viele Amtstierärzte,
die eigentlich für die Überwachung und Einhaltung der
Tierschutzgesetze zuständig wären, auf unsere Anzeigen kaum
reagieren: Ein Register von Dutzenden Anzeigen in schweren Fällen von
Tierquälereien und/oder Medikamentenmißbrauch hat bislang noch zu
keiner einzigen Verurteilung geführt! Die routinemäßige Mißhandlung
von "Nutz"-Tieren in Intensivtierhaltungen wird in unserem Land nach
wie vor als Kavaliersdelikt angesehen. Tiere sind de facto (und
großteils auch de jure) rechtlos - wie seinerzeit die Sklaven.
Ob es sich nun im vorliegenden Betrieb um eine ansteckende Seuche
- wie z.B. Schweinepest - handelt oder nicht, wird erst Mitte
nächster Woche sicher feststehen. Sicher ist aber schon jetzt -
anhand von Zeugenaussagen und der Bilder -, daß es sich bei diesem
Betrieb des Herrn Beckerle um massive und vielfache Tierquälerei
handelt. Der VgT hat daher eine Anzeige wegen Tierquälerei nach dem
Strafgesetzbuch sowie nach dem oö. Tierschutzgesetz vorbereitet. Wir
werden diese daher am Montag, gemeinsam mit dem Beweisvideo, an die
zuständigen Behörden sowie an das Büro von Veterinär-Landesrat Achatz
weiterleiten.
Wir wollen diesmal weder den Tierhalter, noch den Amtstierarzt
bzw. die zuständige BH Braunau aus ihrer Verantwortung entlassen.
Wenn sich in einer Zeit, wo die Konsumenten so sensibel auf die Fülle
von Skandalen rund um die tierische Lebensmittelerzeugung reagieren
wie nie zuvor, nichts zugunsten der betroffenen Tiere ändert, wann
dann? Die Konsumenten wollen auch nicht weiter betrogen werden, sei
es - wie im vorliegenden Betrieb - durch die
Billa-"Bauernhofgarantie" oder das "AMA-Gütesiegel". Beiden ist
nämlich gemeinsam, daß sie zwar mit vielen Millionen S Werbung mit
schönen bunten Bildern von "glücklichen" Tieren auf der Weide machen,
es aber keinerlei Vorschriften für artgerechte Tierhaltung gibt. So
was nennt sich Betrug am Konsumenten, wofür uns die AMA bereits mit
einem Streitwert von S 500.000,- geklagt hat. Das Verfahren ist im
Laufen.
(Siehe auch APA/AOM - Original Bild Service) Bild auch abrufbar
auf APA/OTSweb: http://www.ots.at
Rückfragehinweis: Dr. Franz-Joseph Plank,
Verein gegen Tierfabriken,
Tel.: 02774/8813
E-Mail: [email protected]
Web: www.vgt.at
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