Wiener Bauordnung: "Vereinfachtes Verfahren" statt bürokratische Hürden

Architektenkammer: "Wiener Bauinnung ignoriert richtungsweisendes Prinzip des "Vereinfachten Verfahrens"

Wien (OTS) - Als absurd bezeichnete Michael Buchleitner, Vorsitzender der Wiener Architektenkammer, die Vorgangsweise der Bauinnung in Zusammenhang mit dem "Vereinfachten Bewilligungsverfahren" (§70a) im Rahmen der Wiener Bauordnung. Anstelle dieses vom Verfassungsgerichtshof im Dezember 2000 in einigen Punkten kritisierte Verfahren konstruktiv zu verbessern, versuche die Bauinnung nun die gesamte Regelung zu desavouieren. "Und dies auf Kosten einer im Prinzip für die Bürger vorteilhaften Regelung", so Buchleitner.

Das Vereinfachte Verfahren sei vorbildhaft für eine bundesweite Bauordnung, sagte Buchleitner. "Mit der kompromisslosen Ablehnung dieser Regelung spricht sich die Bauinnung jedoch für weitere Verzögerung beim Bauen aus. Eine bundeseinheitliche Bauordnung wird von heute auf Morgen nicht möglich sein, führte Buchleitner aus. Deshalb sei es notwendig, zuerst das "Vereinfachte Verfahren" zu optimieren und gleichzeitig das Ziel einer bundesweiten Bauordnung zu verfolgen. Die Architektenkammer fordere deshalb eine vom Bund koordinierte Kommission, die Vorschläge für eine österreichweit harmonisierte Bauordnung erarbeiten soll, so Buchleitner.

Das "Vereinfachte Verfahren" sei 1997 eingeführt worden, um das Bauen in Wien von bürokratischen Hürden zu befreien, sagte Buchleitner. "Die Intention der Regelung ist die Entlastung des Bauherren wie der Baubehörde von oft monatelangen Verfahrensdauern. Die konstruktive, unbürokratische Einbindung der Anrainer war ein weiteres Ziel. Ziviltechniker als unabhängige Gutachter übernehmen wesentliche Aufgaben der Behörden und entlasten so den Steuerzahler", erklärte Michael Buchleitner.

"Mit der Etablierung des "vereinfachten Verfahrens" habe die Stadt Wien gezeigt, wie eine bundeseinheitliche Bauordnung funktionieren könnte", erklärte Buchleitner: "Ziviltechniker könnten mit ihrer notariatsähnlichen Stellung die Drehscheibe in der Kommunikation zwischen Bauherren, Behörden und Anrainern sein", so der Architektenvorsitzende. Nur so werde die Verwaltung nachhaltig entlastet. "Lediglich Ziviltechniker sind aufgrund des Prinzips der Trennung von Planung und Ausführung in der Lage, objektiv die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen", sagte Michael Buchleitner abschließend.

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