Ärztekammer über Kassengipfel enttäuscht

Pruckner: Inhaltsleerer Sanierungsversuch - Kein Fortschritt erkennbar - Verschlechterungen nicht ausgeschlossen

Wien (OTS) - Mit Enttäuschung nahm Donnerstag die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) die Ergebnisse des Krankenkassengipfels zur Kenntnis. Nach Ansicht des zuständigen Bundesobmanns der niedergelassenen Ärzte, Dr. Jörg Pruckner, handelt es sich um einen "inhaltsleerer Versuch, die Krankenkassen zu sanieren". Pruckner sieht bei den angestrebten Maßnahmen keine gesundheitspolitischen Perspektiven. "Bei den Vorschlägen sind weit und breit keine Reformen erkennbar." Auch Leistungskürzungen sind nach Ansicht Pruckners keineswegs ausgeschlossen.

Der Chef der niedergelassenen Ärzte wundert sich im Weiteren darüber, wie die Sozialpartner "gleichsam über Nacht" eigene Standpunkte auf Kosten Dritter verlassen hätten. Bekanntlich haben die Wirtschaftsseite auf eine Einführung von Selbstbehalten, die Krankenkassen auf eine Erhöhung der Beiträge - und somit auf Milliarden - verzichtet. "Wie man diese so schnell finden wird, ist mir ein Rätsel", sagte Pruckner und bezweifelt daher auch die Nachhaltigkeit der genannten Sanierungsinhalte. Im Besonderen sei es reine Theorie zu glauben, bei den Folgekosten der Ärzte einen Betrag von 1,5 Milliarden Schilling ohne Verschlechterung für die Patienten einsparen zu können, so der Chef der niedergelassenen Ärzte. Pruckner: "Ich habe den Eindruck, dass die Sozialpartner unter wohlwollender Leitung des Gesundheitsministeriums am grünen Tisch Versöhnung feiern und gemeinsam Papiertiger produzieren. Das Ergebnis ist abgehoben und höchstens in Ansätzen praktikabel." Der Obmann der niedergelassenen Ärzte in der ÖÄK kritisiert heftig, wieso man nicht die Ärztekammer von vorne herein in die Beratungen eingebunden habe. Denn "auf diese Weise hätte man die Vorstellungen der Sozialpartner sofort auf ihre tatsächliche Umsetzbarkeit überprüfen können".

Man werde jedenfalls mit den Ärzten sprechen müssen. "Wenn Leistungskürzungen und Verschlechterungen der Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung drohen, werden wir mit Sicherheit nicht mitmachen", sagte Pruckner abschließend.(Schluss)

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