- 22.02.2001, 12:11:06
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- OTS0163
Knafl: Sozialpartner-Einigung bleibt Stückwerk !
Gesamtreform muß in Angriff genommen werden
Wien (OTS) - "Die Einigung der Sozialpartner ist ein erster
positiver Schritt. Die bisherigen Vorschläge reichen nicht aus, um
langfristig das System zu sichern und Beitragserhöhungen zu
vermeiden," stellt der Bundesobmann des Österreichischen
Seniorenbundes, Stefan Knafl, in einer Aussendung fest. Der
Seniorenbund fordert die rasche Inangriffnahme einer Gesamtreform des
Gesundheits- und Sozialsystems "und nicht nur ein Stückwerk, wie es
nun zwischen den Sozialpartnern ausgehandelt wurde." Nach
vorliegenden Untersuchungen könnten dabei viele Milliarden Schilling
eingespart werden. "Das erfordert aber ein rasches Umdenken in
Politik und Sozialsystem."
Der Österreichische Seniorenbund verweist auf seine Vorschläge,
die von anerkannten Experten mit jahrelangen Erfahrungen im
Sozialsystem ausgearbeitet wurden. "Im Interesse der Versicherten muß
die Gesamtreform mit einem Zeitplan gekoppelt werden, damit die
Verunsicherung und die Sorgen der Betroffenen um die Leistungen im
Gesundheits- und Sozialversicherungssystem abgebaut werden. Die
Politik muß sich der Verantwortung um eine Gesamtreform mehr bewußt
werden, als es bisher offensichtlich der Fall ist," erklärte Knafl.
Der Seniorenbund verweist in diesem Zusammenhang auf seinen
Vorschlag, die Sozialversicherungsträger nach berufständischen
Grundsätzen neu zu ordnen und sie von 26 auf 15 zu reduzieren. Dazu
gehört u.a. auch die Auflösung von Landesstellen. "Uns geht es dabei
nicht um eine vordergründige Diskussion um die frühere oder spätere
Ablöse von Spitzenfunktionären im Hauptverband, sondern, neben einer
raschen fachlichen Einleitung einer Gesamtreform, auch um die
Realisierung von Sofortmaßnahmen", fordert der Bundesobmann des
Österreichischen Seniorenbundes.
Dazu gehört vor allem, die finanziellen Reserven mehrerer
Sozialversicherungsträger in einem Solidaritätsakt zur Verfügung zu
stellen. "Diese Reserven sind ja nicht durch Verwaltungseinsparungen
oder Rationalisierung entstanden, sondern durch die Wirtschaftskraft
der Versicherten, die aufgrund des höheren Lohn- und Gehaltsaufkommen
zur Kasse gebeten wurden," begründet Knafl seine Forderung. "Ebenso
sind bis zum Abschluß der Gesamtreform die freiwilligen Leistungen
auszusetzen." Weiters fordert der Österreichische Seniorenbund eine
Stärkung des Hauptverbandes, der mit einem wirksamen Durchgriffsrecht
ausgestattet werden müsse, damit die Einsparungsmöglichkeiten in den
Bereichen Verwaltung, Medikamte, Ärzte und Krankenanstalten rasch
ermittelt und wirksam realisiert werden können
Rückfragehinweis: Österreichischer Seniorenbund
Mag. Michael Schleifer
Tel.: 40126/154
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