Wirtschaftskammer NÖ/Go for Gold in Seoul

36. Berufsweltmeisterschaft in Seoul/Korea

Wien (OTS) - Der Countdown für die 36. Berufsweltmeisterschaft im kommenden September in Seoul/Korea läuft. Im WIFI St. Pölten kämpfen von Dienstag bis heute Donnerstag 20 Kandidaten in den Berufen Informationstechnologie und Betriebselektriker um eine Fahrkarte nach Korea. "Go for Gold in Seoul" heißt das große Ziel der beiden Sieger dieser österreichischen Vorentscheidung.

Insgesamt haben sich über 170 Jugendliche für die heimischen Vorentscheidungen gemeldet. 21 davon fahren im September zur 36. Berufs-WM nach Seoul. Bisher haben sich bereits 16 Jugendliche aus Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Tirol und Vorarlberg für Seoul qualifiziert.

Die Kandidaten kommen aus allen Bundesländern. Am stärksten vertreten ist dieses Mal Niederösterreich mit 31 Kandidaten, gefolgt von Oberösterreich mit 29, Tirol mit 26 und Vorarlberg mit 23. Aus Salzburg und der Steiermark kommen je 19 Bewerber, aus Wien 16, aus Kärnten acht und einer aus dem Burgenland.

Heimischer Berufsnachwuchs Weltspitze

Die rot-weiß-roten Mannschaften zählen mit ihren Leistungen zur Weltspitze. Bereits vier Mal hat unser Land den Titel "Berufsweltmeister" als weltweit beste Nation erkämpft. Positiv bewertet Niederösterreichs Wirtschaftskammer Präsidentin Sonja Zwazl das starke Leistungsdenken mit dem die Jugendlichen an die Wettbewerbe herangehen. Denn, so Zwazl wörtlich: "Wer in der heutigen Arbeitswelt vorne mitmischen will, für den gelten dieselben Spielregeln wie im Sport. Nur wer bereit ist, sich dem Wettbewerb zu stellen, Einsatz zeigt und leistungsbewusst ist, wird im Berufsleben Erfolg haben. "Besonders freut sich Zwazl über die Leistungen der blaugelben Teilnehmer, die beim letzten internationalen Berufswettbewerb in Montreal einen ersten und einen zweiten Platz belegen konnten.

Duales System Exportschlager

Das hervorragende Abschneiden der österreichischen Facharbeiter bei den Berufsweltmeisterschaften ist für Präsidentin Zwazl "ein deutlicher Beweis der ausgezeichneten Qualität unserer dualen Berufsausbildung." Überhaupt entwickle sich die duale Ausbildung zum Exportschlager. Nicht nur in der EU, sondern auch in Übersee diene das österreichische Modell als Vorbild. "Es ist kein Zufall, dass wir eine der geringsten Arbeitslosenraten bei den Jugendlichen in Europa aufweisen." In Kombination mit der Meisterprüfung stelle die duale Ausbildung eine ideale Vorbereitung für eine spätere Selbstständigkeit dar.

Leistungen der Lehrbetriebe honorieren

In die Freude über das hohe Ausbildungsniveau mischen sich aber auch kritische Töne. "Die Ausbildungsbetriebe leisten einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung der Jugendarbeitslosigkeit, der noch immer nicht genügend honoriert wird ", kritisiert Präsidentin Zwazl. In jüngster Zeit wurden, um die Lehrlingsausbildung für Unternehmer noch attraktiver zu gestalten, zwar einige Verbesserungsmaßnahmen gesetzt. "Diese allein werden aber mit Sicherheit nicht genügen, um die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zu erhalten."

Deshalb fordert Präsidentin Zwazl eine leichtere Auflösung von Lehrverhältnissen bei relevanten Gründen und die Übernahme der Lehrlingsentschädigung während der Berufsschulzeit durch die öffentliche Hand. Ebenso müssten die bis 2003 befristeten finanziellen Entlastungen für Ausbildungsbetriebe (Entfall der Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung für Lehrlinge vom 1. bis zum 3. Lehrjahr sowie der Beiträge zur Unfallversicherung im 1. Lehrjahr, weitere Lehrlingsfreibeträge in der Höhe von 60.000 S) langfristig abgesichert werden.

Es gelte aber auch, Frauen verstärkt für bisher als untypisch geltende Lehrberufe zu gewinnen. Denn trotz aller Bemühungen der Wirtschaftskammer stehen nach wie vor bei den Burschen die Kraftfahrzeugtechniker an erster Stelle, gefolgt von Tischlern und Elektroinstallationstechnikern. Die Mädchen absolvieren ihre Ausbildung überwiegend im Lehrberuf Einzelhandelskauffrau, gefolgt von Friseurinnen und Perückenmacherinnen (Stylistinnen) sowie dem Doppelberuf Köchinnen - Restaurantfachfrauen.

New Economy erfordert Neues Denken

"Die Politik müsse zur Kenntnis nehmen, dass ein Lehrbetrieb keine karitative Wohlfahrtseinrichtung ist", gibt sich Zwazl kämpferisch. Der rasante Wandel im Wirtschaftleben und der zunehmende Konkurrenzdruck lasse den Lehrbetrieben keine andere Wahl, als sehr genau auf die Voraussetzungen zu achten, die ein Jugendlicher für einen Lehrberuf mitbringt. Dies bedeute aber auch, dass die Lehrlingsausbildung kein "Auffangbecken für minderbegabte Jugendliche sein könne". Für diese Fälle müssten neue bildungspolitische Wege der Integration in den Arbeitsmarkt beschritten werden.

Anderseits mache es auch die Arbeitswelt der sogenannten New Economy notwendig, Überlegungen über neue Ausbildungsmodelle anzustellen: "In diesen Betrieben verschwinden oft die Grenzen zwischen selbständig und unselbständig, die klassischen Unternehmerprobleme sind teilweise unbekannt." Die betriebliche Ausbildung müsse daher bei der New Economy noch praxisorientierter, d.h. auf den Verwendungszweck ausgerichtet sein.

Berufsweltmeisterschaften

Seit 30 Jahren ist die Wirtschaftskammer-Organisation Mitglied der Internationalen Organisation zur Förderung der Berufsbildung (IVTO), die für die Veranstaltung von Berufsweltmeisterschaften verantwortlich zeichnet. Diese werden, ähnlich wie Olympiaden oder Sportweltmeisterschaften, alle zwei Jahre an ein neues Bewerberland vergeben. Im Vordergrund steht der internationale Wettbewerb in 40 Berufen unter einem Dach in einer überdimensionalen Werkstätte.

Die österreichische Beteiligung war vor allem im vergangenen Jahrzehnt von großen Erfolgen gekennzeichnet. In Lyon/Frankreich (1995), St. Gallen/Schweiz (1997) und Montreal/Kanada (1999) wurde man jeweils Mannschaftsweltmeister. Insgesamt waren bei den bisherigen 21 Beteiligungen seit 1961 296 Österreicher am Start, 144 davon - also knapp die Hälfte - errangen eine Medaille. In Seoul werden mehr als 600 Jugendliche aus 35 Ländern - 21 davon aus Österreich - erwartet, die um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Das Höchstalter für eine Teilnahme beträgt 22 Jahre. Mehr als 100.000 Zuseher werden die Wettbewerbe live verfolgen.

Österreichs Mannschaften haben bereits 42 Gold-, 45 Silber- und 47 Bronzemedaillen erkämpft. Die Niederösterreicher haben 3 Gold-, 7 Silber- und 10 Bronzemedaillen zu dieser beeindruckenden Bilanz beigesteuert .

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