ARBÖ: Unfallrisiko für "Einspurige" durch Sturmböen steigt

Sturmschäden nur durch Kaskoversicherung gedeckt

Wien (ARBÖ) - Laut Meteorologen ist in Österreich bis zum Wochenende noch mit Sturmböen zu rechnen. Besonders die Lenker von einspurigen Fahrzeugen wie Motorräder, Mopeds und Fahrräder sind gerade bei stürmischer Witterung besonders unfallgefährdet, so der ARBÖ.

Seitenwind kann gefährlich werden, warnen die ARBÖ-Techniker. Plötzlich wird man mitsamt dem Fahrzeug um einige Meter "versetzt" - im schlimmsten Fall sogar in den Gegenverkehrsbereich oder in
die Flanke eines Vorbeifahrenden. Das kommt vor allem bei Brücken, Straßenunterführungen, Tunnelausfahrten und beim Ausfahren von Waldschneisen vor, wo der Wind mit ganzer Kraft auf das Fahrzeug wirken kann. Der Fahr-Tipp der ARBÖ-Techniker: "Vermindern Sie die Geschwindigkeit - dadurch erhält das Fahrzeug eine bessere Bodenhaftung. Wird ihr Fahrzeug von einer Sturmböe erfasst,
sollten heftige Lenkbewegungen eher vermieden werden, da das Fahrzeug dadurch nur noch mehr instabil wird. Lenken Sie ihr Fahrzeug möglichst gefühlvoll zurück in Ihre Fahrspur."

Wichtig ist, dass Autolenker beim Überholen von einspurigen Fahrzeugen "unbedingt mehr Sicherheitsabstand einhalten", um
diesen gefahrlose Brems- oder Ausweichmanöver zu ermöglichen. Nach Meinung der ARBÖ-Verkehrsexperten sollte man auch im Interesse der eigenen Gesundheit und Sicherheit den Motorrädern, Mopeds und Fahrrädern bei stürmischen Wetter möglichst eine Pause gönnen.

Übrigens: Bei derartigen Sturmböen sollten Sie die Autohandbremse beim Parken immer anziehen!

Sturmschäden nur durch Kaskoversicherung gedeckt

Der Sturm hat auch etliche Autos und einspurige Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen. Viele Fahrzeugbesitzer erkundigen sich deshalb beim ARBÖ, wer für Sturmschäden haftet: Sturmschäden werden in den meisten Fällen nur von der Kaskoversicherung
gedeckt. Laut ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert sind dabei aber auch die Rahmenbedingungen wichtig: "Von einem Sturm spricht man erst ab Windgeschwindigkeiten von 60 km/h, eben ein Sturm, der gestern über weite Teile von Österreich gefegt ist." Die Haftungsfrage, etwa bei umgestürzten Bäumen ist durch das Gesetz klar geregelt: Ein umgestürzter Baum blockiert die Straße. Aufgrund dieses Verkehrshindernisses kommt es zu einem Unfall. "In diesem Fall kann die Wegehalterhaftung eintreten - allerdings nur dann, wenn ein gravierendes Verschulden des Straßenerhalters nachgewiesen werden kann." In der Praxis bedeutet das: "Je
wichtiger die Verkehrsverbindung ist, desto rascher muss der Wegehalter das Hindernis wegräumen", erläutert die ARBÖ-Verkehrsjuristin.

Wird ein Fahrzeug von einem Ast getroffen und beschädigt so haftet niemand, weil das Ereignis auf höherer Gewalt beruht. Das gilt für parkende, vor der Ampel haltende oder fahrende Autos.
"Nur wenn der Baum offensichtlich schon vorher morsch war, könnte der Liegenschaftsbesitzer zur Haftung herangezogen werden", lässt die ARBÖ-Verkehrsjuristin ein Versicherungs-Schlupfloch offen. "Diese Morschheit des Baumes muss allerdings vom Geschädigten erst bewiesen werden."

Wird ein Fahrzeug durch herabstürzende Dachteile
(beispielsweise Ziegelsteine, Blumentöpfe) beschädigt, so gilt ähnliches wie bei den umgestürzten Bäumen: "Ist dem Hausbesitzer schuldhaftes Verhalten nachzuweisen, so kann dieser auch dafür haftbar gemacht werden", weiß ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert.

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