Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Regierung "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Von Zufall und Methode

Ausgabe vom 21. Febr. 2001 Klagenfurt (OTS) - Von Zufall und Methode - Sicher nicht zufällig lesen sich die jüngsten Zahlen zum geschlechterspezifischen Einkommen wie eine Groteske, über die man lacht. Und ebenso wenig ist es Zufall, dass Österreich im kollektiven Stillschweigen verharrt. Dass man dort zur Tagesordnung übergeht, wo ein Aufschrei Not tun würde. Wo ein Aufschrei zwingend wäre. Denn nicht zufällig regiert ein Herr Minister das Frauenressort zu Tode. Wobei sein Dilemma, drei Riesenreferate (inklusive Gesundheit und Soziales) unter den Hut einer Tagesarbeit zu zwängen, ein Vernachlässigbares ist ... Es ist an der Zeit, sehr deutlich festzustellen: Es ist Methode, dass die Einkommensschere zwischen Frau und Mann derart auseinanderklafft, dass sich die rot-weiß-rote Republik im letzten Eck wiederfindet. Allen Gleichbehandlungspaketen zum Trotz. Besser:"Dank" der Gleichbehandlungspakete, die geschnürt werden, um aktives Gegensteuern vorzugaukeln. Gleichbehandlungspakete - nicht mehr als die Illusion von frauenfreundlicher Politik. Wenn anno 2000 Österreichs Frauen um ein Drittel (!) weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, schreiten wir wesentlich schneller dorthin, so die neue Regierung das schwache Geschlecht hinmanövriert: Auf den Weg zur Resignation. Auf den Weg, der Frau die Frage aufzwingt:"Wozu sich abrakern für einige wenige Tausender?" "Weshalb nicht zu Hause bleiben, wenn das Kindergeld mehr einbringt, als es die Karenz erlaubt?" Sagen wir es unverblümt: Österreichs Arbeitsmarkt wird von Frauen "bereinigt". Konsequent.

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