Wirtschaft: Rufnummernumstellung ist teuer und nicht notwendig

Auch geänderte Nummerierungsverordnung soll nicht umgesetzt werden!

Wien (PWK130) Überraschenderweise ist ohne Begutachtung am Dienstag, dem 20. Februar, eine Änderung der Nummerierungsverordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. Die Nummerierungsverordnung aus dem Jahr 1997 hat vorgesehen, dass die 1.022 Ortskennzahlen schon im Jahr 2000 durch 26 Regionalcodes zu ersetzen wären, was zu einer Änderung der Festnetz-Rufnummern geführt hätte. Dieser Plan wurde vor allem wegen des massiven Widerstandes der Wirtschaftskammer Österreich nicht umgesetzt, um unnötige Belastungen der Betriebe und privaten Konsumenten zu vermeiden. Roderich Regler, Leiter der Abteilung für Verkehrspolitik der Wirtschaftskammer Österreich: "Bei Gesamtumstellungskosten von 8 bis 10 Mrd. Schilling bedeutet die Umstellung aller Rufnummern allein für die Wirtschaft eine Belastung in der Höhe von 6 Mrd. Schilling. Das wird und kann die Wirtschaft nicht akzeptieren." Die Unternehmungen wären gezwungen, ihre Geschäftsdrucksorten, wie Geschäftspapiere, Rechnungsvordrucke, Visitenkarten, Broschüren, Werbetafeln, interne Telefonbücher und dergleichen komplett neu zu drucken und alle Kunden über die neuen Rufnummern zu verständigen. Auch alle Standardsoftware-Systeme, Nebenstellenanlagen und -apparate müssten mit erheblichem Arbeitsaufwand umgestellt werden.

"Die nunmehrige Novelle hat als Ziel, die gar nicht notwendige Telefonnummernumstellung bis zum Jahr 2003 durchzuführen," betont Roderich Regler: "Seinerzeit ist man davon ausgegangen, dass das Ortskennzahlensystem rasch zu einer Nummernknappheit führen würde. Tatsächlich ist jedoch die Nachfrage nach Festnetzanschlüssen dank des Booms in der Mobiltelefonie nur schwach gestiegen, sodass auch in den nächsten zehn Jahren keine Probleme bei der Nummernzuteilung entstehen werden." (RH)

Der Republik Österreich würden durch die Rufnummernumstellung rund 250 Mio. Schilling an Kosten entstehen, die in den Budgets der Jahre 2001 und 2002 nicht vorgesehen sind. Es erscheint daher fraglich, wie die beim Bund durch die Umstellung anfallenden Kosten überhaupt aufgebracht werden sollen.

"Im Interesse der Wirtschaft und aller Telefonkunden, aber auch aller Telefondienste-Anbieter sollte auf die teure und nicht notwendige Umstellung verzichtet werden," fordert Regler. (RH)

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