DER STANDARD-Bericht: "Steuern auf Vermögen statt auf Arbeit: Finanzminister Karl-Heinz Grasser im derStandard.at-Chat"

Wien (OTS) - Finanzminister Karl- Heinz Grasser stellte sich am Mittwochnachmittag dem Chat in derStandard.at. Hier einige Höhepunkte:

Warum arbeiten Sie für deutlich weniger Geld, als Sie bei Stronach verdient haben, als Minister?

Grasser: Die Verantwortung des Finanzministers bringt riesige Veränderungsmöglichkeiten und Chancen auf Umsetzung von Reformen, die man sich lange Zeit für Österreich gewünscht hat. Außerdem verdient ein Minister auch nicht wirklich schlecht.

Glauben Sie eigentlich selbst an den Schmäh des Nulldeffizits, der ja nur dazu gedacht ist, um ab nächsten Jahr Geld ins Bundesheer, Kinder- und Familienpolitik zu pumpen?

Grasser: Es ist kein Schmäh, sondern eine grundlegende Wende der Ginanzpolitik, die von praktisch allen Experten bis hin zur EU unterstützt und gelobt wird.

Wie stehen sie zur Abschaffung der Privatstiftungen.?

Grasser: Privatstiftungen sollen einen fairen Beitrag zur Budgetkonsolidierung leisten. Das haben wir im letzten Jahr beschlossen. Gleichzeitig haben sie aber eine wichtige Funktion für die Erbfolge, Beteiligungen an österreichischen Unternehmen und auch im kulturellen Bereich.

Warum trifft das Sparpaket in erster Linie Frauen?

Grasser: Wie kommen sie darauf? Eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind unter 10 Jahren wird 2001 um mehr als 6.000 S netto mehr in der Brieftasche haben als 1999.

Werden Sie die Familienpolik so forcieren, dass "Kinderkriegen" noch ein eigener Beruf wird?

Grasser: Nein, aber Signale an kinderreiche Familien sind wichtig.

Wollen Sie die Vermögensbesteuerung in Österreich mittelfristig auf OECD-Niveau anheben?

Grasser: Eine umfassende Steuerreform ab 2003 wird sich mit dem Thema auseinandersetzen. Ich persönlich würde das befürworten, wenn es im Gegenzug in anderen Bereichen deutliche Entlastungen gibt. Motto:
Einkommen aus Arbeit belohnen.

Gibt es Garantien, dass es bei 5000 S Studiengebühren im Semester bleibt ?

Grasser: Von meiner Seite ja. Nach Autonomie der Universitäten werden diese selbst zu entscheiden haben.

Haben sie sich die Ministerarbeit anders vorgestellt?

Grasser: Meine Erwartungen sind eingetroffen. Im Grundsatz ist es nicht viel anders als Landeshauptmannstellvertreter in Kärnten.

Warum haben Sie nach Amtsantritt so überrascht über das Defizit getan? Sogar ich wußte von der Größenordnung!

Grasser: Dann wussten sie mehr als ich. Zwischen 100 Milliarden. und behaupteten 20 bis 40 Milliarden ist ein großer Unterschied.

Was halten Sie von der Infrastrukturministerin?

Grasser: Eine sehr engagierte Frau, in der Privatwirtschaft erfolgreich, versucht ein schwieriges Ressort zu managen.

http://derStandard.at/Investor Chat-Protokoll

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 531 70/428

Der Standard

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PST/OTS