"Kleine Zeitung" Kommentar "Sickl II" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 21.02.2001

Graz (OTS) - Wenn sie sprach, rang sie um Atem und lächelte. Es
war ein Kompensationslächeln. Es kaschierte Unsicherheit und Überforderung. Auch die Sprache Monika Forstingers verriet die Not:
Jeder zweite Satz in ihrem ZiB-2-Auftritt begann mit einem Flucht-Futurum: Sie werde. Man werde. Ein ganzheitliches, nach Prioritäten geordnetes Verkehrskonzept? "Ich werde in der nächsten Landeshauptleute-Konferenz Prioritäten diskutieren."

Die Verkehrsministerin, die nach der leeren Batterie kam, irrt durch die Weiten ihres Ressorts. Zu hoch taxiert, geriet die "Öko-Managerin" zwischen die Begehrlichkeitsfronten des dreisten Ostens und des benachteiligten Südens. Dort wie sie zerrieben.

Dabei wäre die Chance historisch: Jahrzehntelang waren Straße und Schiene durch großkoalitionären Proporz getrennt, jetzt, unter einem Dach, böten sie der Ressortchefin Gelegenheit, endlich ein koordiniertes Verkehrskonzept zu erarbeiten. Doch da ist nur phrasierte Leere. Selbst die entgleist: An Österreichs Bahnhöfen -ästhetische Schandflecke - fand Forstinger nur die WCs erneuerungsbedürftig und eine Zugverbindung über Westungarn empfindet sie als "Verrat an Österreich". Hier naht - zügig - ein zweiter Fall Sickl. ****

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