Blindenschrift mit acht Punkten

Internet-Surfer und Stenographen verwenden die erweiterte Braille-Schrift

Wien (OTS) - Die Blindenschrift mit acht Punkten gibt es. Dodo Roscic hatte richtig entschieden, als sie vergangene Woche in der Millionenshow mit Prominenten diesen Tipp abgab. Als richtige Antwort wurden "sechs Punkte" gewertet. Doch das Sechs-Punkte-System ist nur die Normalvariante. Die Blindenschrift wurde auf acht Punkte erweitert, zunächst um Stenographen schnelleres Schreiben zu ermöglichen. Heute wird das Acht-Punkte-System vor allem für Braille-Zeilen und Braille-Drucker verwendet. Diese Geräte ermöglichen es blinden Menschen, Computer und auch das Internet zu benützen.

Die Blindenschrift wird auch Braille-Schrift genannt, weil sie von Louis Braille, einem Franzosen, der im 19. Jahrhundert lebte, erfunden wurde. Louis Braille, nach dem heute auch das Louis Braille Haus in 1140 Wien, Hägelingasse 4-6, das Zentrum des "Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes" benannt ist, war als Kind im Alter von fünf Jahren in der Folge eines Unfalls in der väterlichen Sattler-Werkstatt erblindet.

Bereits vor Louis Braille gab es Versuche, eine Punktschrift für blinde Menschen zu konstruieren. Auf einem dieser Systeme baute Louis Braille auf. Im Alter von 16 Jahren hatte er 1825 das Sechs-Punkte-System entwickelt. Zunächst schrieb man auf Holztafeln, später wurden Blindenschriftmaschinen verwendet. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Braille Schrift als Blindenschrift weltweit anerkannt.

Da eine Schrift mit tastbaren Punkten viel Raum einnimmt, sind Bücher in Blindenschrift sehr umfangreich und teuer. Kurzschriften wurden erarbeitet, die blinden Stenotypisten eine hohe Schreibgeschwindigkeit ermöglichten. Um die Geschwindigkeit weiter zu erhöhen, wurde schließlich das Acht-Punkte-System entwickelt.

Dieses erwies sich auch als notwendig, um den Computer für blinde Menschen benützbar zu machen. Mit maximal acht Punkten in verschiedenen Kombinationen sind alle 256 Zeichen des PC-Zeichensatzes darstellbar.

Die Braille-Schrift ist somit für blinde Menschen unersetzbar. Im Louis Braille Haus finden bei Bedarf Kurse statt, die es auch Späterblindeten ermöglichen, die Blindenschrift zu erlernen. Blinde Kinder lernen die Schrift im Schulunterricht, in Wien ist das Bundes-Blindenerziehungsinstitut dafür Spezialist.

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