DER STANDARD-Bericht: "Die AUA ist finanziell stabil" Streicher widerspricht ÖIAG-Aufsichtsratschef Heinzel - Hauptversammlung am 9. März" - Erscheinungstag 20.2.2001

Wien (OTS) - "Die Austrian-Airlines-Gruppe präsentierte sich Ende 2000 keinesfalls katastrophal, sondern finanziell stark und stabil", schreibt der geschasste ÖIAG-Chef und AUA-Aufsichtsrat Rudolf Streicher jüngst in einem vertraulichen Brief an den Aufsichtsrat der staatlichen Beteiligungsholding ÖIAG. Streicher widerlegt darin akribisch Äußerungen von ÖIAG-Aufsichtsratspräsident Alfred Heinzel, der im Jänner erklärt hatte, er habe "schlaflose Nächte" wegen des katastrophalen AUA-Ergebnisses. "Tatsächlich katastrophal" sei hingegen der operative Verlust der Lauda Air, der bis 31. 10. 2000 bei 1,1 Mrd. S lag, schreibt Streicher.

Der AUA-Konzern habe per Ende des Vorjahres über Eigenmittel von 10,8 Mrd. S verfügt. Dazu kämen stille Reserven aus dem Beteiligungsportfolio, insbesondere im Unternehmenswert der Tyrolean von rund acht Mrd. S. Außerdem weist Streicher darauf hin, dass dem Konzern liquide Mittel von 10,1 Mrd. S zur Verfügung stünden, "was einer soliden Finanzierungssituation entspricht". Allein der Wert der Flotte sei von 1993 bis 2000 von sieben auf 29,1 Mrd. S gestiegen. Darin inkludiert seien 8,4 Mrd. S für Flugzeuge der Lauda Air. Für Letztere gebe es allerdings aushaftende Kredite von vier Mrd. S.

Insgesamt habe die AUA- Gruppe seit 1993 daher "keinesfalls von der Substanz gelebt und selbst im Jahr 2000, trotz der negativen Entwicklung bei der Lauda Air, sowohl bei der AUA als auch im Konzern Substanz aufgebaut und keinesfalls verbraucht".

Das Konzernergebnis, das von 1993 bis 1998 um zwei Mrd. S verbessert wurde, werde auch 2000 positiv sein, auch bei der AUA, schreibt Streicher. Und zwar trotz der Kosten für den Allianzwechsel zu Star Alliance, der hohen Treibstoffpreise und der Krise bei der Lauda Air. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass "fast alle Fluggesellschaften Flugzeuge aus Vorsichtsgründen schnell abschreiben und diese Abschreibungen auch verdienen, sodass beim Ausscheiden dieser Flugzeuge Jahr für Jahr Buchgewinne entstehen". Diese Flugzeugverkäufe machten bei der AUA im Vorjahr eine Mrd. S aus. Einerseits wurden Flugzeuge und Ersatzteile im Wert von 600 Mio. S aus der Flotte ausgeschieden und im Gegenzug Flieger im Wert von 4,5 Mrd. S angeschafft. Die Kapitalkosten von 360 Mio. S wurden verdient. Außerdem wurden zwei MD80 im Wert von 400 Mio. S verkauft und zurückgeleast.

Das habe zur Folge, dass aus dem operativen Ergebnis maximal 400 Mio. S aus Sale- und Leasback-Geschäften abzuziehen sei. Bei einem voraussichtlichen Ergebnis der AUA von 200 Mio. S, beträgt der operative Verlust höchstens 200 Mio. S und keinesfalls eine Mrd. S", wie des Öfteren kolportiert wurde.

Der AUA-Vorstand hat indessen auf Geheiß der ÖIAG, die 39,7 Prozent an der AUA hält, für 9. März eine außerordentliche Hauptversammlung (HV) einberufen, wo der Aufsichtsrat neu gewählt wird. Am 9. Mai findet wie geplant die ordentliche HV statt.

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