"Kleine Zeitung" Kommentar "Drohungen" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 20.02.2001

Graz (OTS) - Wenn der Wiener Bürgermeister, flankiert von den Landeshauptleuten aus Niederösterreich und dem Burgendland, auf den Tisch haut, dann tut er dies mit einer Höflichkeit, die nur als Bedrohung empfunden werden kann.

Dass es dabei um die Kleinigkeit von 100 Milliarden Schilling geht, die Michael Häupl von der Infrastrukturministerin für die Ostregion verlangt, sei nur am Rande erwähnt.

Bemerkenswerter ist, wie Häupl und seine Kollegen die Forderung formulieren: "Wir bitten nicht, wir weisen auf die Folgen hin, wenn man nicht handelt und fordern die Frau Bundesminister auf, ihren Job zu machen".

Mit anderen Worten: Wenn Monika Forstinger das Geld nicht herausrückt, macht sie ihren Job nicht. Eine eindeutige Botschaft:
Zahl oder geh!

Fünf Wochen vor den Gemeinderatswahlen ist Häupl nicht zum Spaßen aufgelegt.

Der Bürgermeister ist auch hart gegen sich selbst. Häupl will zurücktreten, wenn er am 25. März verlieren sollte. Da die SPÖ unter seiner Fürhung vor fünf Jahren das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren hat, braucht Häupl für diesen Fall gar nicht mit dem Rücktritt zu drohen. Er müsste ihn dann nur noch vollziehen.

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