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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Dioxin-Lachs, giftige Krabben

Utl.: Ausgabe vom 18. Feb. 2001=

Die Medizin entwickelt sich mit ungeheurem Tempo.
Was gestern noch als unmöglich eingestuft wurde, zählt heute zu den erfolgreichen Behandlungsmethoden. Trotzdem stehen Ärzte häufig genug vor Rätseln, wenn es darum geht, konkrete Ursachen für schwere Gesundheitsstörungen aufzudecken. Immerhin: Im dringenden Verdacht, dem Menschen Unheil anzuhängen, steht dessen Nahrung.
Dem Thema gilt ja seit Wochen - bis zum Überdruss - vermehrte Aufmerksamkeit: Rinderwahnsinn, Hormonschweinernes. Inzwischen sind auch Fisch und Meeresfrüchte, bislang als Inbegriff "gesunden" Essens geltend, in Misskredit geraten: Mit Dioxinen vollgepumpter Lachs ziert teure Buffets, weltweit gehandelte Krabben weisen derart hohe Giftkonzentrationen auf, dass schon wenige Mahlzeiten (pro Jahr!) reichen, um einen Menschen durchschnittlicher Statur locker an die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Rückstandshöchstgrenze heranzubringen.
Der brutale, exzessive Einsatz von Antibiotika lässt Delikatessen wie Shrimps zu Giftbomben heranreifen. Und über derbe Zerrgebilde des auslaufenden Faschings hinweg tut sich ein seltsamer, fischiger Blick ins Mittelalter auf: "Aschermittwochsmahl" ist der Titel eines Werks des 1600 von der Inquisition ermordeten Mönchs, Philosophen und Astronomen Giordano Bruno. Um ein schwer verständliches, schwer verdauliches Mahl handelt es sich, verfasst von einem Mann, der den Kern geistiger Nahrungsmittel freilegte, dessen Giften jedoch nicht standzuhalten vermochte.

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