WGJ fordert Wahlrecht für alle in Österreich lebenden Menschen

Toleranz zu predigen, ist zu wenig

Wien (ÖGJ). "Derzeit sind AusländerInnen in vielen Bereichen noch immer BürgerInnen 2. Klasse und werden zu den Sündenböcken an den gesellschaftlichen Missständen in Österreich abgestempelt, die doch eigentlich auf ihren Rücken ausgetragen werden", erklärt Thomas Bohrn, Vorsitzender der Wiener Gewerkschaftsjugend auf der 25. Landesjugendkonferenz im Wiener Cineplexx-Palace. "Toleranz zu predigen wird auch in Zukunft nicht genügen, um die Ausländerfeindlichkeit in Österreich zu minimieren."++++

"In den Krankenstand zu gehen bedeutet für AusländerInnen ein höheres Risiko als für InländerInnen, da diese eher von der Kündigung bedroht sind. Zwar steht ihnen auch das Arbeitslosengeld und die Familienbeihilfe zu, aber Notstandshilfe können nur Ausnahmefälle beziehen. Der Rest ist von der Abschiebung bedroht. Außerdem können GastarbeiterInnen keine Wohnbeihilfe und keine Mietzinsbeihilfe beziehen und fallen auch nicht unter das Behindertenschutzgesetz. Vergessen wird dabei, dass sie für alle Sozialleistungen (auch die sie nicht beziehen dürfen) zur Kasse gebeten werden", so Bohrn.

"Die rechtlich und sozial schlechtere Stellung der AusländerInnen am Arbeitsmarkt führt dazu, dass sie mehr für weniger Geld, als gleich qualifizierte ÖsterreicherInnen, leisten müssen, um für ihren Unterhalt aufkommen zu können", so Bohrn. "Die Ängste und Unsicherheiten, auf denen Intoleranz fruchtet, sind nicht nur Hirngespinste einiger weniger, sondern vielmehr Zeichen realer, sozialer Missstände in einem Land. Ein Abbauen der ökonomische Differenzen, die derzeit vorherrschen, wird nötig sein, um ein Zusammenleben der Menschen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Kultur sie haben, auch ohne künstlich konstruierten Sündenböcke möglich zu machen."

"Wir fordern daher eine Aufhebung des 2-Klassen-Systems im Betrieb und am Arbeitsmarkt, das aktive sowie das passive Wahlrecht für alle in Österreich lebenden Menschen, verstärkend integrative Bildungsangebote, gleiche Chancen am Arbeitsmarkt, Unterstützung politisch Verfolgter im In- und Ausland sowie ein Verbot von inhumanen Abschiebeverfahren und -praktiken und Maßnahmen zum besseren Verständnis zwischen In- und AusländerInnen", so Bohrn abschließend. (aw)

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