"Kleine Zeitung" Kommentar: "Betonierer" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 16.02.2001

Graz (OTS) - Voller Stolz behaupten die Funktionäre der GPA, die Gewerkschaft der Privatangestellten sei die weitaus stärkste unter dem Dach des ÖGB.

Das stimmt nur hinsichtlich der Zahl. Misst man die Organisations dichte an der Masse der möglichen Mitglieder, schrumpft die Macht der Gewerkschaft gewaltig. Seit der Pleite des Konsum gibt es keinen hundertprozentigen Betrieb mehr. Und bis zu den Computer-Jobs der New Economy ist die GPA gar nicht vorgedrungen.

Ihre relative Größe verdankt die GPA der Tradition, dass die Arbeiter und Angestellten, die im selben Unternehmen beschäftigt sind, auf zwei Gewerkschaften aufgeteilt werden. Die Arbeiter werden nach Branchen sortiert, während die Angestellten bei der GPA landen.

Überall sonst auf der Welt gilt das Industriegruppenprinzip und auch bei uns sind die arbeits- und sozialrechtlichen Unterschiede fast verschwunden. Trotzdem gibt es weiterhin die Pensionsversicherung der Angestellten und die dahinter stehende Gewerkschaft. Das garantiert Hans Sallmutter.

Politologen nennen sein Verhalten strukturkonservativ. Man kann es auch volkstümlicher ausdrücken: Die Betonierer wehren sich gegen die Reform. ****

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