Eisenbahner: ÖBB-Stindl prolongiert Tarif-Chaos bei den ÖBB

GdE-Vorsitzender Haberzettl: ÖBB-Vorstandsdirektor benachteiligt Kunden

Wien (ÖGB/GdE). Die Probleme mit der ÖBB-"Nachteilscard" (siehe OTS0177 von heute) harren noch der Lösung durch den verantwortlichen ÖBB-Vorstandsdirektor Stindl, da tauchen für die ÖBB-Kunden bereits neue Schwierigkeiten auf: Mit dem nächsten Schritt von Stindls ÖBB-"Tarifreform" sind Fahrgäste, die mit einer alten Vorteilscard, einer 50-Prozent-Ermäßigung und einem Verbundausweis unterwegs sind, keine Fahrgäste mit gültigem ÖBB-Fahrausweis - und müssten daher von der Beförderung ausgeschlossen werden, kritisierte der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft (GdE), Wilhelm Haberzettl, Donnerstag in Wien.++++

Mit der Stindl-Tarifreform werden ab 1. Juli 2001 Besitzer einer Vorteilscard in Verbindung mit einem Verbund-Fahrausweis (in der Ostregion also des VOR) nur mehr eine Ermäßigung von 45 Prozent bei den ÖBB erhalten (zur Erinnerung: Kunden, die ihre Fahrtkarte via Internet bestellen, erhalten 50 Prozent Ermäßigung). Fahrgäste mit einer Vorteilscard aus dem Jahre 2000 können aber auf den Schienentarif der ÖBB ausweichen und erhalten ausschließlich auf den Schienenstrecken der ÖBB eine 50prozentige Ermäßigung - allerdings nur im Geheimen. Denn diese Möglichkeit wird, wie es in einer ÖBB-internen Mitteilung heißt, "nicht entsprechend beworben, sondern nur über Verlangen des Fahrgastes ausgegeben." Übrigens nur am Schalter! Fahrgäste mit dieser 50-Prozent-Ermäßigung (Vorteilscard und Verbundausweis) haben allerdings einen Nachteil: Sie besitzen ab 1. Juli 2001 keinen gültigen Fahrausweis für Strecken der ÖBB.

Damit ist ab 1. Juli das von Vorstandsdirektor Stindl organisierte Tarif-Chaos im ÖBB-Personenverkehr perfekt: "Die Fahrgäste werden sich nicht mehr auskennen, die Kundendienstbetreuer, KassenmitarbeiterInnen und Zugbegleiter werden von den Fahrgästen bestürmt und möglicherweise auch beschimpft werden - hoffentlich hat sich dann Direktor Stindl nicht mehr um eine Verlängerung seines Vorstandsmandats beworben und damit schon von den ÖBB verabschiedet", schloss Haberzettl. (hk)

ÖGB, 15. Feber 2001
Nr. 109

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Sylvia Reiss
Telefon: (01) 546 41/411
Walter Kratzer
Telefon: 0664/185 85 19

Gewerkschaft der Eisenbahner/Presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB