GATTERER: MÜSSEN DAS LEID UND NICHT DIE LEIDENDEN BEKÄMPFEN ÖVP-Abgeordnete nahm als Expertin bei Hearing des Europaparlaments zum Thema Sterbehilfe teil

Wien/Strassburg, 15. Februar 2001 (ÖVP-PK) Dezidiert gegen die Zulassung der Sterbehilfe hat sich gestern abend, Mittwoch, ÖVP-Abg. Edeltraud Gatterer, Mitglied der parlamentarischen Versammlung des Europarates, im Europaparlament in Strassburg bei einem öffentlichen Hearing der EU zum Thema "Sterbehilfe" ausgesprochen. Im Mittelpunkt der Debatte stand ein in den Niederlanden derzeit diskutierter Gesetzesentwurf, der die aktive Form der Euthanasie leichter ermöglichen soll. "Diese Bestrebungen in den Niederlanden oder auch in anderen Ländern verpflichten uns meiner Meinung nach, gemeinsam gegen die Aushöhlung und die Aufweichung des Lebensschutzes aktiv zu kämpfen", meinte Gatterer. ****

"Unsere Aufgabe muss es sein, das Leid und nicht den Leidenden zu bekämpfen. Die Zulassung der aktiven Sterbehilfe wäre eine Kapitulation vor den Herausforderungen des Lebens und Sterbens. Sie wäre ein Dammbruch, dessen Folgen nicht mehr aufzuhalten wären. Mehr und mehr sachfremde Aspekte, beispielsweise der Druck durch benötigte Spenderorgane oder der psychische Druck, den Verwandten nicht so lange zur Last fallen zu dürfen, würden sich schnell als zusätzliche Entscheidungskriterien herausbilden. Ein vermeintliches Recht würde so zur Pflicht werden", so die Abgeordnete.

Unter Sterbehilfe, die eines Menschen würdig sei und unserer christlich-humanistischen Tradition entspreche, verstehe sie, Gatterer, "Begleiten statt töten". Sterbehilfe müsse die Begleitung eines Menschen in seiner letzten Phase in medizinischer, sozialer, psychologischer und spiritueller Hinsicht sein. Die ÖVP-Abgeordnete forderte in diesem Sinn eine "neue Kultur" im Bereich der Sterbegleitung.

Gatterer hat sich als Verfasserin eines international vielbeachteten Berichtes zum Thema Sterbehilfe im Europarat einen Namen gemacht. Sie spricht sich darin auch für den Ausbau der Patientenrechte, der Möglichkeiten der Palliativmedizin und der Hospizeinrichtungen aus. Persönlicher Hintergrund der Abgeordneten ist, dass sie ihre Mutter als Krebspatientin bis zu ihrem Tode zu Hause gepflegt hat. "Am Beispiel meiner Mutter, die ich Tag und Nacht betreut habe, war für mich ersichtlich, dass es immer wieder Wachphasen und Gesprächsphasen gibt, wo Leben aufgearbeitet wird", so Gatterer abschließend.
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