Euro-Umstellung: Betriebe sollten bis Jahresende ihre Schillingbilanzen abschließen

Wirtschafts-, Notariats-, Rechtsanwaltskammer sowie Wirtschaftstreuhänder rufen zu exakter Umstellungsplanung und zu technischer und geistiger "Euro-Fitness" auf

Wien (PWK123) - "Die von vielen Betrieben gestellte Frage nach dem optimalen Euro-Umstellungszeitpunkt ist nicht generell, sondern nur individuell beantwortbar. Es hängt von der Art des Unternehmens ab und kommt auf die einzelnen Bereiche wie Rechnungswesen, Preisgestaltung, etc. an. Daraus wird deutlich, dass die Einführung des Euro im Unternehmen gut geplant werden muss und zwar sowohl für die technische als auch für wirtschaftliche Umstellung", betonte Waltraud Mäder-Jaksch von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder bei der Club-Euro-Veranstaltung in der Wirtschaftskammer Österreich. Ziel sollte sein, die letzte Schilling-Bilanz bis Ende des Jahres zu ziehen, auch wenn vom Finanzministerium noch eine "Schonfrist" von ein paar Monaten darüber hinaus gewährt wird, vorausgesetzt, dass keinerlei Differenzen auftreten.

Rene Alfons Haiden, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich und Club-Euro-Gastgeber, riet den Unternehmen die Endbilanz sowohl in Schilling als auch in Euro zu stellen um so über den Vorteil einer Euro-Eröffnungsbilanz als optimale Ausgangsposition für die weiteren Geschäftstätigkeiten in Euro zu verfügen. Haiden machte auch darauf aufmerksam, dass in der Doppelbargeldphase ab 1.1.2002 der Schilling nur mehr als Bargeld nicht mehr aber im Überweisungsverkehr verwendet werden könne.

"Für Verträge, die über den 1.1.2002 hinausgehen, gilt grundsätzlich, dass alles darin Vereinbarte trotz Währungsumstellung unverändert wirksam und aufrecht bleibt", stellte der Präsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertags Klaus Hoffmann klar. Durch die Euro-Einführung solle keine Verschiebung der Werte und der Stimmrechte auftreten, sondern die Paritäten gleich bleiben. Extra geregelt wurden hingegen im Eurojustizbegleitgesetz die Bereiche Zinsen, Wertmesser sowie die Beziehungen zu Konsumenten wie Preisauszeichnung etc. "Bei vertraglich vereinbarten Zahlungen müssen dem Kunden die Euro-Beträge ab Anfang nächsten Jahres allerdings genau bekannt gegeben werden", so Hoffmann. Die Preisliste eins zu eins umrechnen, sei jedoch zu wenig, die Preisgestaltung müsse genau durchdacht und sorgfältig geplant werden.

Die Notwendigkeit der Planung strich auch Georg Weißmann, Präsident der österreichischen Notariatskammer, hervor: "Es geht schließlich nicht nur um eine rein technische Umstellung, sondern es muss auch eine geistige Euro-Fitness aufgebaut werden." Von Notariatsseite sei für die Unternehmen besonders die Euro-Umstellung im Gesellschaftsrecht zu beachten. Während diese bei Personengesellschaften weitgehend unproblematisch durch normale Umrechung erfolgen kann, müsse man bei Kapitalgesellschaften darauf achten, dass keine Änderung der Verhältnisse und der Stammeinlagen auftritt. Weißmann schlug vor, um glatte Euro-Beträge zu erreichen, eine Kapitalerhöhung durchzuführen. Zeitdruck sei allerdings keiner vorhanden, da die Umstellung erst bei Kapitalmaßnahmen notwendig sei. Insgesamt hätten erst rund drei Prozent der österreichischen Kapitalgesellschaften ihre Gesellschaftsverträge auf die neue Währung umgestellt. "Bei den Aktiengesellschaften wird zumeist auf Stückaktien umgestellt, eine gute und einfache Variante um zu runden Beträge zu gelangen", zeigte sich Weißmann überzeugt.

Auch wenn bislang erst sehr wenige Kleinbetriebe in Österreich die Euro-Umstellung vollzogen haben, waren sich die Vertreter der Wirtschafts-, Rechtsanwalts-, Notariatskammer und der Kammer der Wirtschaftstreuhänder einig, dass die Euro-Umstellung von der heimischen Wirtschaft letztendlich gut bewältigt werden wird. (Ne)

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