Rieder: Wien setzt weiter auf Zukunftstechnologien

Gleichzeitig Schwerpunkt bei aktiver Arbeitsmarktpolitik

Wien, (OTS) "Ein zentraler Inhalt der Wirtschaftspolitik
Wiens wird auch in den nächsten Jahren die Konzentration auf Zukunftstechnologien sein", betonte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder am Donnerstag im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister Dr. Michael Häupl und dem Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien, Walter Nettig.
"Vor allem in den Bereichen Biotechnologie, Informations-, Kommunikations- und Telekomtechnologie konnte sich Wien als
einziger österreichischer Standort im harten internationalen Wettbewerb behaupten. 60 Prozent aller österreichischen IT-Fachkräfte arbeiten demzufolge in der Bundeshauptstadt.

Überhaupt relativierten, so Rieder, internationale Vergleiche so manche Krankjammerei über den Wirtschaftsstandort Wien. So sei Wien im EU-Vergleich nach wie vor die sechstreichste Region, noch vor Oberbayern und dem Großraum Paris, und liege bei weichen Standortfaktoren wie etwa der allgemeinen Lebensqualität ohnehin
an der Weltspitze. "Das muss gleichzeitig aber auch Ansporn sein, bestehende Mankos bei den harten Standortfaktoren konsequent aufzuarbeiten, um im internationalen Wettbewerb noch besser
bestehen zu können."

Trotzdem spiele auch in Zeiten der "New Economy" eine aktive Arbeitsmarktpolitik eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. So konnte die Bundeshauptstadt im Jänner einen überdurchschittlichen Rückgang der Arbeitslosenrate um 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Rieder: "Besonders
erfreulich dabei ist der deutliche Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit von 14.837 Personen im Jänner 2000 auf 8.370 im Dezember 2000.****

Biotechnologie: Wien als Zentrum für global players und start ups

Im Bereich Biotechnologie ist Wien heute ein begehrtes
Zentrum sowohl für renommierte internationale Konzerne als auch für junge Unternehmen. So hat sich das Vienna Bio-Center in der
Dr. Bohrgasse im 3. Bezirk zu einem weltweiten Zentrum der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung entwickelt. In
der Dr. Bohrgasse wurden acht junge Unternehmen angesiedelt,
allein bei der Firma Intercell, der "Speerspitze" des dynamischen Clusters, sind über fünfzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt arbeiten im Vienna Bio-Center, in dem gemeinsam mit den erwähnten Unternehmen auch das Institut für Molekulare Pathologie von Boehringer Ingelheim und die Universität Wien angesiedelt sind, mehr als 700 Wissenschaftler aus 40
Nationen.

Aber auch global players haben Wien als Standort für sich entdeckt. So hat der Pharmariese Eli Lilly Wien zur Osteuropazentrale und zum konzernweiten "Center of excellence" für Klinische Studien gemacht. Durch die Übernahme von Immuno durch Baxter wurde Wien zum Standort des konzernweiten "Center of Competence" für Blutprodukte. Einen maßgeblichen Innovationsschub bewirkte auch die Expansion von Boehringer Ingelheim im Bereich Onkologie.

Derzeit im Gange ist die Ansiedlung der Biochemie Kundl in Wien, im Bereich "start up" werden in den nächsten Monaten voraussichtlich fünf nationale Projekte und ein internationales Projekt in Wien realisiert.

Blockadepolitik der Bundesregierung schädigt IT-Branche

Auch im Bereich der Informations-, Kommunikations- und Telekomtechnologie konnte mit der Errichtung des TechGate Vienna
auf der "Donauplatte" ein Meilenstein gesetzt werden. Das TechGate Vienna wird im Herbst dieses Jahres offiziell eröffnet werden, schon heute sind 70 Prozent der insgesamt 15.000 Quadratmeter vermietet bzw. werden Innenausbaupläne für die zukünftigen Mieter erstellt. Neben einer Reihe von innovativen Unternehmen konnten gleich drei Kompetenzzentren für Wien und das TechGate gewonnen werden. Ein Problem stellt in diesem Bereich der Arbeitskräftemangel dar. Rieder: "Wir rechnen aufgrund einer
Studie des WIFO bis zum Jahr 2003 mit einem zusätzlichen Bedarf
von 9000 MitarbeiterInnen im IT-Bereich. Deshalb werden Fachhochschulen in diesem Bereich mit unserer Unterstützung zahlreiche Qualifizierungsmodule für solche Kräfte entwickeln, was aber den Bedarf nicht unmittelbar decken kann. Denn wie wir aus IT-Unternehmen wissen, geht es bei der Beschaffung von Arbeitskräften vor allem auch um das Tempo. Die Blockadepolitik
der Bundesregierung gegen Arbeitskräfte aus dem Nicht-EU-Raum
wirkt sich auch hier katastrophal aus, sowohl inhaltlich als auch von der wirtschaftspolitischen Signalwirkung her."

Arbeitslosigkeit geht weiter zurück

Einen erfreulichen Trend zeigt auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Wien. Die Bundeshauptstadt zählt zu den Bundesländern, die am stärksten vom generellen Rückgang profitiert haben. Im Vergleich zum Jänner 2000 ist die Arbeitslosigkeit in Wien um 9,1 Prozent zurückgegangen, womit sich eine voraussichtliche Arbeitslosigkeit von 8,0 Prozent, das sind 0,8 Prozent weniger als im Jänner 2000, ergibt. Speziell in Wien profitieren Langzeitarbeitslose und ältere Frauen und Männer gleichermaßen besonders von der Entspannung am Arbeitsmarkt. Waren im Jänner 2000 noch 14.837 Personen in Wien langzeitarbeitslos, so waren es im Dezember 2000 nur noch 8.370 Personen. Bei Frauen zwischen 55 und 60 Jahren ging die Arbeitslosenrate um 21,2
Prozent zurück, bei Männern zwischen 55 und 60 sogar um 24,9 Prozent.

Rieder: "Diese Erfolge sind auch eine Auswirkung der aktiven Beschäftigungspolitik in Wien, zum Beispiel im Rahmen des Territorialen Beschäftigungspaktes."

Darüber hinaus seien aber eine Reihe weiterer Initiativen,
zum Beispiel zwischen dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) und der Wirtschaft im Gange:

o Projekt "Innovationsassistent"

Im Rahmen des Projektes "Innovationsassistent" fördert der WAFF kleine und mittlere Unternehmen bei der Realisierung von Innovationsvorhaben, welche sich nachhaltig auf die
unternehmerische Tätigkeit und die MitarbeiterInnen auswirkt. Mittel- bis langfristig soll dadurch das Innovations-Know how erhöht, die Notwendigkeit von Innovation als Prozess erkannt und damit insgesamt die Wettbewerbssituation von Klein- und Mittelunternehmen erhöht werden. Konkret gefördert werden Personalkosten für einen oder mehrere InnovationsassistentInnen in der Höhe von je 50 Prozent des Bruttoentgeltes (Obergrenze ist die aktuell gültige ASVG-Höchstbeitragsgrundlage, derzeit ATS 44.400,--) zuzüglich 50 Prozent Lohnnebenkosten. Insgesamt ist die Förderung von Lohnkosten auf max. EUR 47.000,-- (ATS 647.734,--) begrenzt. Der Personalstand des Unternehmens muss sich jedenfalls
um den/die InnovationsassistentIn erhöhen. Derzeit werden so 20 Wiener Unternehmen mit 13,3 Millionen Schilling gefördert.

o Projekt Qualifizierungsverbund Telekom-Industrie

Gemeinsam mit den Firmen Alcatel Austria, Ascom Austria, Ericsson Austria und Schrack BusinessComAG und dem Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) initiierte der WAFF im Herbst 2000 den Qualifizierungsverbund Telekom Industrie, ein Qualifizierungsprogramm für die Beschäftigten der Unternehmen. Die Weiterbildungen sollen im März 2001 beginnen und Ende Mai 2001 abgeschlossen sein. Inhalt der Weiterbildungen sind Vernetzungstechnologien, Telekom-Basistechnologien, Windows 2000 sowie Englisch für TechnikerInnen. Man rechnet mit rund 240 SchulungsteilnehmerInnen. Das Projekt wird vom WAFF mit rund
2,7 Millionen Schilling (EUR 200.000) gefördert.

Ost-West-Kompetenz weiter steigern

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verstärkung der Internationalisierung des Wirtschaftsstandortes Wien und der Positionierung als Ost-West-Kompetenzzentrum. Schon jetzt wickeln Wiener Unternehmen ein Drittel ihres Außenhandels mit den ost-mitteleuropäischen Ländern ab, deutlich mehr als alle anderen Städte, die eine ähnliche Strategie anstreben, wie etwa Berlin, dessen Unternehmen derzeit nur rund elf Prozent in die ost-mitteleuropäischen Länder exportieren (Quelle: Senatsverwaltung Berlin, 1998). (Schluss) nk

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