Experten: Weg zum Glück führt nicht über den Lottogewinn / Jedes leidvolle Ereignis ist eine Aufforderung, das Glück freizulegen

Hamburg (ots) - Der große Lottogewinn ist keine Garantie für dauerhaftes Glück. "Wer viel Geld bekommt, lebt nur dieselben alten Muster in einer luxuriösen Umgebung aus", wird Professor Andrew Oswald von der britischen Warwick Universität in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift FÜR SIE zitiert. Die Universität hatte Lottogewinner nach ihren Erfahrungen befragt. Sie hätten die tiefe Enttäuschung gemacht, dass die Erfüllung materieller Wünsche weder Erleichterung noch Frieden zur Folge habe, "ja nicht einmal das Gefühl von Sicherheit". Der amerikanische Psychologieprofessor David Lykken von der Universität Minnesota meint, Glück habe nichts mit Alter, Geschlecht und Herkunft zu tun. Komfort und Reichtum bringe es auch nicht und es hänge nicht ab von Intelligenz, Bildung oder großen Ereignissen. "Glück ist die Erfahrung, dass wir selbst die Quelle der Freude sind. Als kleine Kinder machen wir diese Erfahrung." Erwachsene entwickelten feste Vorstellungen vom Glück und versuchten, die äußeren Bedingungen so zu manipulieren, dass sie ihren Vorstellungen entsprechen. "Je fester unsere Vorstellung, wie alles zu sein hat, desto unzufriedener sind wir." Je flexibler die Vorstellung, desto mehr Glück. Die glücklichsten Menschen seien diejenigen, die überhaupt nicht an festen Vorstellungen hafteten, sondern die so weitherzig sind, "dass sie alles annehmen können, wie es kommt", sagt Glücksforscher Lykken.

Er ist überzeugt, dass jedes leidvolle Ereignis eine Aufforderung ist, das Glück freizulegen. Professor Ed Diener von der Universität Illinois (USA) erklärt, die Glücklichen hätten irgendwann aufgehört, Leid zu vermeiden. "Sie haben gemerkt: Der Weg zum Glück führt nicht um das Leid herum, sondern durch das Leid hindurch. All die Unzufriedenheit, all die Empfindlichkeiten, all die Abhängigkeiten von äußeren Umständen entstehen nur durch die Weigerung, den eigenen Schmerz anzuschauen und zu durchleben", sagt Diener. Man spüre zwar den Schmerz, wehre ihn aber gleich wieder ab. Das sei verständlich, die Abwehr verlängere ihn aber. Sie schaffe ein Gefühl von Sorge und Furcht. "Dagegen flaut jedes schmerzhafte Gefühl schnell ab, wenn wir bereit sind, es einmal vollkommen zu fühlen." Wer eine leidvolle Erfahrung annehme, sei sie schon wieder los. "Menschen, deren glückliche Ausstrahlung uns überzeugt, haben alle diese Erfahrungen gemacht", sagt Diener. Das Beharren auf einer Leidensgeschichte halte den Betroffenen im Leid gefangen. "Wenn wir das Leiden benutzen, um uns daraus eine Identität zu schaffen, können wir uns nicht davon befreien." Nur wer die Vergangenheit ruhen lassen könne, ist nach Überzeugung von Lykken offen wie die Kinder. "Der wird sich selbst als die Quelle der Freude erfahren", versichert der Glücksforscher.

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