"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Tief im Abgrund" (von Monica Dajc)

Ausgabe vom 14. 2. 2001

Innsbruck (OTS) - Vom Rand des Abgrunds kann nicht mehr die Rede sein. Die Frage ist vielmehr, wie die CDU wieder aus der Tiefe herauskommt. Merkel gegen Merz, Länder gegen Bundesspitze. Genüsslich wird die Debatte über den Kanzlerkandidaten geführt. Als ob beim derzeitigen Zustand der Partei auch nur irgendjemand eine Chance hätte, zu gewinnen. Und zur Abwechslung wird wieder der mit dem Odium einer Spende des Waffenhändlers Schreiber belastete Wolfgang Schäuble ins Zentrum gerückt. Gut für ein neues Amt , gar jenes des Bundespräsidenten, lautet die absurde Empfehlung.

Vorrangige Aufgabe einer Opposition ist es, Schwächen der Regierung aufzuzeigen. Die CDU lässt derzeit keine Gelegenheit aus, mit mangelnder Geschlossenheit und eigenem Ungeschick die Sympathiewerte für Rot/Grün ansteigen zu lassen. Wiederholte Male hat Merkel mit dem Versprechen harter Sacharbeit zur kritischen Auseinandersetzung mit der Bundesregierung geblasen. Es ist beim Vorsatz und der Produktion negativer Schlagzeilen geblieben. Was würde die Union bei der Rentenpolitik und in der Landwirtschaft b esser machen? Wie sehen ihre Alternativen im deutsch-französischen Verhältnis aus? Wo profiliert sich ein CDU-Politiker in der Sicherheitspolitik? Jene CDU-Landespolitiker, die heuer Wahlen zu bestreiten haben, werden unruhig. Baden-Württembergs Ministerp räsident Erwin Teufel ließ ausrichten: "Wenn wir von der Bundes-CDU schon keinen Rückenwind bekommen, sollte sie uns wenigstens mit orkanartigem Gegenwind verschonen."

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