Iranische Flüchtlinge in Wien gestrandet

Caritas appelliert an US Botschaft für Weiterreise

Wien, 13.2.2001 (OTS) Seit vielen Jahren assistiert die Caritas Österreich Flüchtlingen bei ihrer Einwanderung in die USA. "Derzeit stehen bei uns rund 100 iranische Christen völlig verzweifelt vor der Tür, weil ihr Aufnahmegesuch vom US Konsulat endgültig abgelehnt wurde", so Caritas-Präsident Franz Küberl. "Diese Menschen sind jetzt in der Zwischenstation Österreich gestrandet und haben keine Chance, einen Aufenthalt in Österreich bewilligt zu bekommen."

Bis Juni 2000 wurden von der US-Botschaft in Wien im Schnitt über 90 Prozent aller Anträge positiv behandelt. "Warum es dann so hohe Ablehnungsquoten gab - in manchen Monaten von über 80 Prozent -ist nicht nachvollziehbar. Die Entscheidungen des Konsulats sind nicht begründet", kommentiert Mag. Andrea Huber, Leiterin der Caritas-Flüchtlingsabteilung. "Wären die Richtlinien im Detail bekannt, könnten die Betroffenen bereits vor ihrer Einreise nach Österreich ihre Aufnahmechancen in die USA einschätzen." Mittlerweile sind auch die Berufungsverfahren negativ entschieden worden.

Die Caritas agiert im Rahmen des Flüchtlingsprogramms für religiöse Minderheiten aus dem Iran als Vermittlerin. Sie stellt für die Betroffenen die Anträge beim US-Konsulat und hilft seit einem Jahr auf Wunsch des Innenministeriums bei der legalen Einreise dieser Flüchtlinge, um die Schlepperpraxis zurückzudrängen. Die iranischen Christen bezahlten ihren Aufenthalt in Österreich selbst. "Nun sind aber alle ihre Ersparnisse aufgebraucht und die Ablehnung des US-Konsulats bringt die Menschen in eine ausweglose Situation. Die meisten haben ihre gesamte Existenz, Wohnung und Arbeit für ein neues Leben in den USA aufgegeben", weist Andrea Huber auf die aussichtlose Lage der Menschen hin.

Die Flüchtlingsheime der Caritas sind voll. Die Betroffenen
werden in ein paar Tagen auf der Straße stehen. Caritas-Präsident Franz Küberl appelliert an die US Botschafterin Kathryn Hall, dass sie sich bei den zuständigen Behörden in Washington einsetzt. "Die Menschen haben all ihre Hoffnungen in eine Weiterreise in die USA gesetzt, wo Angehörige warten, die beim Aufbau eines neuen Lebens helfen können."

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