Hagenhofer: ÖBB diskriminiert Menschen beim Fahrkartenkauf!

Ohne Internet-Zugang oder Handy fünf Prozent weniger Ermäßigung für VorteilsCard-BesitzerInnen

Wien (SK) "Bisher war es möglich, mit einer sogenannten Vorteilscard jede Fahrt mit den Zügen der ÖBB zum halben Preis zu buchen. Für ein Jahr Gültigkeit musste man einmalig einen Betrag leisten. Dieser Betrag wurde im Zuge der Einbeziehung neuer Medien im Fahrkartenverkauf ab 2001 nicht geändert. Geändert wurde jedoch das Ermäßigungsausmaß. Beim Kauf einer Fahrkarte an den Bahnhofskassen, den Reisebüros, beim Zugbegleiter und Triebfahrzeugführer, gibt es seit 1. Jänner 2001 nur mehr 45 Prozent Ermäßigung. 50 Prozent Ermäßigung gibt es wie bisher, wenn die Fahrkarte via Internet oder Handyticketing gebucht oder an einem Fahrkartenautomaten erworben wird", sagte SPÖ-Abgeordnete Marianne Hagenhofer Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Dass sich das Ermäßigungsausmaß für jede Art der Buchung ungleich verändert hat, ist ein Skandal. Das ist eine offene Diskriminierung von Menschen, die keinen Internet-Zugang haben, kein Handy besitzen bzw. sich mit dem oft sehr benutzerunfreundlichen Automatensystem schwer tun", so Hagenhofer.

Diese Änderung werde überwiegend Menschen ohne Computer und Internetzugang, das heißt insbesondere ältere Menschen treffen. Hinzu komme, dass die Buchung über das Internet nur mit einer Kreditkarte erfolgen kann. Dies führe zu einer neuerlichen Benachteiligung für Menschen, die nicht über eine solche Kreditkarte verfügen.

"Die Neuordnung der politischen Landschaft in Österreich wird offensichtlich als Aufforderung zur Umsetzung unsozialer Maßnahmen verstanden. Diese marktorientierte Strategie wird nicht aufgehen und ist auf das Schärfste zurückzuweisen. Auch die ÖBB wird sich mittel-und langfristig an den Kundenwünschen orientieren müssen, um wirtschaftlich arbeiten zu können", so die SPÖ-Abgeordnete Hagenhofer.
 
Wer sich die entsprechenden Internetseiten der ÖBB durchliest (http://www.oebb.at), wird auch gleich feststellen, wohin diese angeführten fünf Prozent, die den ÖBB-KundInnen abgezogen werden, hinfließen. Denn für die Großkunden bietet die ÖBB ebenfalls seit 1. Jänner 2001 ein Ermäßigungsausmaß von 20 Prozent an. Das sind genau fünf Prozent mehr als bisher. Großkunden wie Firmen, Vereine, Institutionen und dgl., erhalten mit der sogenannten Businesscard nicht nur die 20 Prozent Ermäßigung auf allen ÖBB-Strecken, sondern zahlen monatlich im Nachhinein.

"Interessanterweise erhalten die Großkunden mit Businesscard ihre ermäßigten Fahrausweise auch bei allen ÖBB-Bahnhöfen mit Bankomat-Terminal. Das bedeutet, dass sie im Gegensatz zu den Kleinkunden ohne Reduktion der Ermäßigung einen bedienten Verkauf an den Bahnhofskassen erhalten, also bei Unklarheiten auch nachfragen können", hob Hagenhofer hervor.

Lobenswert sei zwar, dass durch solcherart Angebote vielleicht einige Firmen ihre MitarbeiterInnen motivieren, auf den Zugverkehr umzusteigen. Doch kann dies nicht auf dem Rücken der sozial Schwächeren und der älteren Menschen geschehen. "Ich fordere daher die ÖBB-Entscheidungsträger auf, diese diskriminierende Maßnahme zurück zu nehmen. Es ist eine Dreistigkeit und Unverfrorenheit, wie die ÖBB mit Menschen im Gegensatz zu Firmen oder Großunternehmen umgeht!", so Marianne Hagenhofer abschließend. (Schluss) ns/mm

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