Greenpeace fordert Offenlegung der Strombezugsverträge

Mündliche Beteuerungen der Energieversorger reichen Konsumenten nicht aus

Wien/Prag (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert alle Stromhändler, die am österreichischen Markt Strom anbieten auf, ihre Strombezugsverträge offenzulegen. "Die Österreicher haben ein Recht darauf zu wissen, ob sie Atomstrom aus Temelin beziehen werden oder nicht", verlangt Erwin Mayer von Greenpeace. Nur so könne nach Ansicht von Greenpeace garantiert werden, dass aus Tschechien kein Strom nach Österreich gelangt. "Wenn heimische Stromlieferanten eine Garantie abgeben, dass sie nicht von dem Stromkonzern E.ON Strom beziehen, müssten sie reinen Herzens ihre Bezugsverträge offenlegen können", so Mayer.

Greenpeace hat in einer Kampagne im letzten Jahr mit über 400 österreichischen Bürgermeistern erreicht, dass ab Oktober 2001 auch die Anteile von Atomstrom auf der Stromrechnung ausgewiesen werden müssen. Dazu wird es notwendig sein, dass alle Stromhändler und Energielieferanten genau angeben, wann wieviel Strom aus welchen Kraftwerken an ihre Kunden geliefert wird. "Hier darf es keine Vertuschungspolitik geben. Die Stromkonsumenten haben ein Recht darauf, genau zu wissen, wo ihr Strom herkommt, damit sie sich frei gegen Atomstrom entscheiden können", mahnt Mayer ein.

Die Offenlegung der Strombezugsverträge ist die Vorraussetzung für eine glaubwürdige Kennzeichnung aller Stromarten. Somit wäre auch der Weg des Atomstroms vom Kraftwerk bis zur Steckdose für die Konsumenten nachvollziehbar. Dies muss nach Ansicht von Greenpeace auch auf ausländische Stromhändler wie die E.ON, RWE und Enron angewandt werden, wenn diese nach Österreich exportieren. "Angesichts der Dringlichkeit durch das möglicherweise im Sommer 2001 ans Netz gehende Kraftwerk Temelin, muss diese Regelung jetzt schon von den Stromhändlern freiwillig angewandt werden", fordert Mayer.

Unternehmen, die beweisen können, dass sie keinen Atom- bzw. Temelinstrom importieren, hätten nach Ansicht von Greenpeace die besten Voraussetzungen sich ab ersten Oktober bei der Vollliberalisierung am österreichischen Strommarkt die Akzeptanz der österreichischen Konsumenten zu sichern. "Gerade die Energie AG in Oberösterreich sollte hier mit guten Beispiel vorangehen", richtet Mayer seine Aufforderung an die EAG.

Ab Oktober 2001 wird jeder Österreicher seinen Stromhändler frei wählen können und Greenpeace geht davon aus, dass hier auch ökologische Kriterien ausschlaggebend sein werden. "Österreich darf sich über den Bezug von Strom aus Temelin niemals an der Inbetriebnahme dieses Schrottreaktors mitschuldig machen", schloss Mayer und kündigte an, die Greenpeace-Kampagne in den nächsten Tagen auch auf Bayern auszudehnen.

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