Pharmig/Arzneimittel: Politische "Irrtümer" vs. korrekte Information

(Wien/OTS) Irrtum I: Arzneimittel sind in Österreich (zu) teuer Korrekt ist: Sowohl im Arzneimittelbereich als auch bei den Arzneimittelpreisen liegen die österreichischen Werte am unteren Ende der Skala. Diese Tatsache haben unabhängig voneinander alle seriösen Studien bewiesen. Dazu zählen die Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts an der Wirtschaftsuniversität Wien (IWI, 2000) genauso wie die des Österr. Bundesinstituts für Gesundheitswesen (ÖBIG, 1999).

Irrtum II: Beiträge der Pharmaindustrie zum "Sparpaket" waren bisher zu gering
Korrekt ist: Die pharmazeutischen Unternehmer haben seit 1996 zwei "Sparpakete" über sich ergehen lassen müssen. Diese haben die Firmen bis heute 1,6 Milliarden Schilling gekostet, der Krankenversicherung mehr als 2,6 Milliarden Schilling gebracht.
Bis Ende 2001 wird sich der Beitrag der Industrie auf insgesamt mindestens 3,3 Milliarden Schilling (für die Krankenkassen sind das 5,7 Milliarden Schilling) erhöhen.

Irrtum III: Defizite der Krankenkassen sind nur wegen gestiegener Arzneimittelausgaben so hoch - Bei Arzneimitteln soll und kann weiter "gespart" werden.
Korrekt ist: Der Netto-Anteil der Heilmittel an den Ausgaben der Krankenkassen betrug 1999 lediglich 13,39 %. 86,61 Prozent wurden für andere Segmente des Gesundheitswesens ausgegeben, vor allem für Spitalsaufenthalte.

Eine zehnprozentige Reduktion des Aufwandes, wie medial jüngst angesprochen, würde keinen nachhaltigen Beitrag zur Defizit-Vermeidung bringen. Sie würde jedoch die reibungslose Versorgung der Österreicherinnen und Österreicher mit modernen und hochwertigen Arzneimitteln stark beeinträchtigen und zu Qualitätseinbrüchen im Gesundheitswesen führen.

Irrtum IV: Gespart kann auch bei altbewährten Arzneimitteln werden Korrekt ist: Ein Drittel der in Österreich im Heilmittelverzeichnis aufgeführten Arzneimittel (exakt: 1.145 von 3.400) kostet weniger als die Rezeptgebühr von ATS 56,-. Diese Heilmittel kosten den Krankenkassen nichts, aber eine weitere Preisreduktion bei diesen Medikamenten würde bedeuten, dass
sie wegen Unrentabilität vom Markt genommen werden müssten, und, dass ihr ausgabendämpfender Effekt für die Krankenkassen nicht mehr gegeben wäre.
Die Ausgaben für die Krankenkassen würden durch eine solche Vorgehensweise steigen, nicht sinken.

Irrtum V: Generika sind DAS Mittel zum "Gesundsparen" der Krankenkassen
Korrekt ist: Generika sind qualitativ einwandfreie Arzneimittel nach Patentablauf. Ein vernünftiger Einsatz dieser Medikamente, zu dem sich die Pharmig bekennt, kann kurzfristig jedoch nur Einsparungen von 100-300 Millionen Schilling bringen (Quelle: ÖBIG-Studie 1999). Das oft zitierte Einsparungspotenzial von Generika von 1 Mrd. ATS ist absolut unrealistisch, weil nur dann erreichbar, wenn alle Originalpräparate gegen Generika ausgetauscht würden.

Irrtum VI: Die Arzneimittelausgaben können künftig effizient ohne Qualitätsverlust in der Versorgung gebremst werden.
Korrekt ist: Die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen werden in den kommenden Jahren schon allein durch die demographische Entwicklung, also das Älterwerden der Bevölkerung, aber auch durch neue, hochinnovative medikamentöse Therapien, die Hoffnungsträger für viele Betroffene sind, weiter ansteigen. **/rm

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