EINE ERBSCHAFT FÜR DIE FÖRDERUNG DES PARLAMENTARISMUS Parlament richtet "Margaretha Lupac-Stiftung" ein

Wien (PK) - Die Überraschung war groß, als Frau Margaretha Lupac im Parlament anrief und ihre Absicht mitteilte, "dem Parlament" ihr Vermögen zu vererben. Damals hatte man keine Ahnung, wie groß dieses Vermögen sein könnte; die Rede war von einem Miethaus. Inzwischen weiß man: Es geht um rund 18 Millionen Schilling. Im Letzten Willen von Frau Lupac heißt es wörtlich: "Da ich keine Nachkommen habe und mein Leben immer für mein Vaterland Österreich eingesetzt habe, setze ich als Alleinerbin die Republik Österreich ein. Mein Vermögen ist für Zwecke des österreichischen Parlaments zu verwenden."

Zwei Jahre nach dem Tod von Frau Lupac (17. Februar 1999) ist klar, wie die großzügige Erbschaft "für Zwecke des österreichischen Parlaments" verwendet werden soll. Das Kapital soll in eine Stiftung mit dem Namen "Margaretha Lupac-Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie" eingebracht werden. Die Erträge der Stiftung sollen "dem Zweck der Förderung der Demokratie und des Parlamentarismus, der Kunst und der Zukunftsforschung" zur Verfügung gestellt werden. Konkret ist beabsichtigt, einen "Demokratiepreis" zu vergeben und junge Künstler - etwa durch Ankauf von Werken für das Parlament - zu fördern. Entsprechende Entscheidungen sollen durch ein Kuratorium bzw. durch eine internationale Jury getroffen werden.

In den letzten Jahren ihres Lebens - ihre Entscheidung über die Erbschaft war längst gefallen - hatte Frau Lupac eine große Sorge: Ob die Sache mit der Erbschaft auch wirklich hieb- und stichfest geregelt sei. Zwei Bediensteten der Parlamentsdirektion, die mit ihr täglich Kontakt hatten - per Telefon, aber auch bei sehr vielen Besuchen - erzählte sie gern aus ihrem Leben, das ihren ersten Höhepunkt in der Zeit von Kaiser Franz Joseph gehabt hatte: Sie weigerte sich tagelang, sich von ihrer Mutter waschen zu lassen, weil ihr der alte Kaiser über den Kopf gestreichelt hatte. Als Erwachsene arbeitete sie in der Handelskammer, wo sie aus den Händen von Julius Raab eine Auszeichnung erhielt. (Schluss)

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