AK Test (1): Noch immer Etiketten-Schwindel mit Gen-Kennzeichnung

Wien (AK) - In drei von 32 Lebensmittel ist Gen-Soja drinnen,
obwohl es nicht draufsteht. Und: Davon waren in einem Produkt sogar 46 Prozent der Sojabohnen gentechnisch verändert. Das zeigt ein Testeinkauf der AK-Konsumentenschützer in Wiener Geschäften. Angesichts der letzten Lebensmittelskandale brauchen die KonsumentInnen Sicherheit, dass Sie sich auf die Etikettierung verlassen können. Beim AK-Gentechnik-Test 1999 wurden drei Produkte wegen "Etiketten-Schwindels" beanstandet und veröffentlicht. Auch diese wurden diesmal wieder getestet und waren gentechnikfrei. Die Veröffentlichung der AK hat also dazu beigetragen, dass sich die Hersteller an die Vorschriften halten. ****

Die AK-Konsumentenschützer haben insgesamt 32 Produkte eingekauft, die in den Zutatenlisten Soja oder Mais aufweisen - verschiedene Sojadesserts und -drinks, unterschiedliche Tiefkühlprodukte, Kekse und Knabbergebäck, Tortillachips, Schnittbrot und vegetarische Brotaufstriche. Erstanden wurden die Produkte Ende Oktober 2001 bei Merkur, Eurospar, DM, Schlecker und in einem Naturkostladen in Wien. Die Untersuchung führte das Labor des Umweltbundesamtes durch.

Falsches Etikett
In drei der 32 untersuchten Lebensmittel wurde gentechnisch verändertes Soja nachgewiesen - die AK hat Anzeige beim Marktamt erstattet und bei den Herstellern eine Stellungnahme eingeholt:

In einem Tiefkühlprodukt waren 46 Prozent der Sojazutat gentechnisch verändert. Es waren panierte Garnelen der Firma ESCAL. Der französische Händler verwies darauf, dass der indonesische Hersteller versicherte, gentechnikfreie Rohstoffe zu verwenden, und er hätte sich auf diese Aussagen verlassen. Für die AK-Konsumentenschützer ist das eine grobe Vernachlässigung der Sorgfaltspflichten.

Zwei Sojadesserts, davon ein Bioprodukt, enthielten geringe Mengen an genmanipulierten Sojabohnen. Weniger als ein Prozent der Sojazutat waren gentechnisch verändert. Ein Hersteller hat Unterlagen gesandt, aus denen hervorgeht, dass der Produzent Maßnahmen zur Vermeidung von gentechnisch veränderten Rohstoffen ergriffen hatte.

Vom anderen Hersteller, einem belgischen Vertreiber von Bio-Soja-Waren, ist bisher keine Reaktion erfolgt. Bioprodukte müssen gentechnikfrei erzeugt werden. Diesem Hersteller müsste das "Bio-Zeichen" entzogen werden, verlangt die AK.
Nachkontrolle
Im Oktober 1999 haben die AK-Konsumentenschützer bei 28 Proben die Einhaltung der Gentechnik-Kennzeichnungsvorschriften überprüft. Drei Produkte enthielten gentechnisch veränderte Zutaten, der Hinweis darauf fehlte. Die AK veröffentlichte damals die "Etiketten-Schwindler".
Diese Aktion zeigt Erfolg: Beim jetzigen Testeinkauf hat die AK auch diese Produkte nachkontrolliert - sie waren gentechnikfrei.

Weniger als ein Prozent - keine Kennzeichnung
In der EU und in Österreich muss der Hersteller sein Produkt nur dann kennzeichnen, wenn der Nachweis im Endprodukt gelingt und mehr als 1 Prozent der Zutat gentechnisch verändert ist. Wird gentechnisch verändertes Erbgut in kleinerer Menge als ein Prozent nachgewiesen, muss der Hersteller laut EU-Recht "glaubhaft darlegen können, dass es sich um eine zufällige unvermeidbare Verunreinigung" handelt. Wie dieser Nachweis zu führen ist, wird nicht näher ausgeführt. Das heißt, dass eine "Verunreinigung" von weniger als 1 Prozent toleriert wird.

Bioprodukte dürfen nach der EU-Biorichtlinie keine gentechnisch veränderten Zutaten enthalten.

Tipps der AK-Konsumentenschützer
+ Lebensmittel mit dem Gütezeichen "gentechnikfrei erzeugt" können Sie bedenkenlos kaufen.
+ Bioprodukte müssten eigentlich gentechnikfrei sein. Spuren von gentechnisch verändertem Soja wurden jedoch bereits in einigen Bioprodukten entdeckt. Daher: Entscheiden Sie sich eher für österreichische Bioprodukte, denn in Österreich gab es bisher noch keine Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen.
+ Wählen Sie Lebensmittel, die weder Soja noch Mais in der Zutatenliste aufzählen.
+ Je weniger verarbeitet ein Lebensmittel ist, umso geringer ist die Chance, dass es gentechnisch veränderte Zutaten enthält.

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