"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Buenas Noches" (von Stefan Kappacher)

Ausgabe vom 13. 2. 2001¶

Innsbruck (OTS) - Die Sache mit dem Hund Grolli war noch etwas für Feinspitze und natürlich leicht übertrieben dargestellt (vierbeiniger Liebling des Ex-Kanzlers muss im Südburgenland dahinvegetieren, während es sich Herrchen und Frauchen in Argentinien gut gehen lassen). Doch die Sache mit der ihm vertraglich zustehenden OMV-Pension, die sich Viktor Klima im Vorjahr hat auszahlen lassen, trifft die SPÖ ins Mark. Geschätzte zehn Millionen Schilling sind es, die der ehemalige SPÖ-Vorsitzende für seinen "Umstieg ins Privatleben" nach eigenen Angaben dringend gebraucht hat.

Dabei ist nach Klimas Ausscheiden aus der Bundesregierung nicht nur sein Bezug als Bundeskanzler ein Jahr lang weitergelaufen, er trat in der Zwischenzeit auch seinen neuen, noch besser dotierten Job als VW-Manager in Buenos Aires an. Rechnet man das alles zusammen, dann reicht das für einen aufwendigen Lebensstil (den das Ehepaar Klima auf Illustriertenseiten auch gerne zur Schau stellt).

Politisch bedeutsam ist das deshalb, weil Alfred Gusenbauer -Klimas Nachfolger an der SPÖ-Spitze in einer ohnehin sehr schwierigen Zeit - dadurch noch mehr unter Druck kommt. Die Freiheitlichen werfen einen zurückgetretenen Minister, der nicht auf seine Politikerpension verzichtet, einfach aus der Partei - für sie ist dieser Klima ein gefundenes Fressen. Will die FPÖ ihr Image als Partei des kleinen Mannes doch auch in der Bundesregierung pflegen und ausbauen.

Dabei hat Gusenbauer auch so alle Hände voll zu tun - etwa mit Gewerkschaftern, die allen Ernstes heute Parallelen zum Bürgerkriegsjahr 1934 ziehen. Wenn das so weitergeht, dann Gute Nacht, SPÖ.

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