"Inkontinenztag" im Geriatriezentrum Am Wienerwald

Erfahrungsaustausch zum Thema Inkontinenz

Wien, (OTS) Im Geriatriezentrum am Wienerwald findet am Dienstag eine Tagung zum Thema "Inkontinenz in der Geriatrie"
statt. Im Rahmen dieser Tagung werden die verschiedenen Formen der Inkontinenz sowie mögliche Therapien aufgezeigt. Zahlreiche Experten werden in Vorträgen über dieses in der Öffentlichkeit weitgehend tabuisierte Thema aufklären. Zwischen den Vorträgen gibt es Diskussionsrunden, die dem Erfahrungsaustausch von Vertretern aus diversen Gesundheitsberufen dienen.

70 Prozent der PatientInnen im GZW betroffen

Inkontinenz ist eine Erkrankung bei der die Betroffenen nur bedingte oder keine Kontrolle über ihre Blasen- und/oder Darmfunktion haben. Diese Krankheit kann verschiedene Ursachen
haben und kommt in allen Altersgruppen vor. Bei älteren Menschen zählt die Inkontinenz zu den häufigsten Erkrankungen. 70 Prozent der PatientInnen im Geriatriezentrum am Wienerwald sind von der Krankheit betroffen. Oft stellt dieses heikle Thema ein Haupthindernis zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben dar. Umso größer ist die Notwendigkeit, sich mit diesem von Betroffenen oft tot geschwiegenen Bereich auseinander zu setzen.

Ursachen erkennen und behandeln

Es genügt nicht, PatientInnen mit Einlagen (Windeln) zu versorgen. Vielmehr ist es notwendig, die Ursachen der Erkrankung
zu finden, um diese gezielt behandeln zu können. Aus verschiedenen medizinischen Sichtweisen heraus, kann man unterschiedliche Formen der Inkontinenz feststellen. Im Geriatriezentrum am Wienerwald ist die häufigste Form eine Mischform aus der Drang- und der Stressinkontinenz.

Arten der Inkontinenz und Therapieformen

Die Dranginkontinenz ist gekennzeichnet durch starken, nicht verhinderbaren Harndrang. Häufige Ursachen dafür sind krankhafte Veränderungen im Bereich der Blase oder Harnröhre. Die so genannte Stressinkontinenz stellt eine Schwäche des Beckenbodens dar, bei der der Schließmuskel nicht oder nur vermindert funktioniert. Unfreiwilliger Harnabgang ist die Folge. Von dieser Form können sogar junge Frauen, z. B. nach mehreren Geburten betroffen sein. Hier könnten gezieltes Beckenbodentraining oder auch eine
Operation Abhilfe schaffen. Außerdem gibt es unter anderem noch
die Überlaufinkontinenz, die bei Männern mit vergrößerter Prostata oder Tumoren vorkommen kann, sowie die Reflexinkontinenz, von der oft Querschnittgelähmte betroffen sind.

Je nach Ursache der Erkrankung, kommen entsprechende Therapiemöglichkeiten zur Anwendung. Diese Therapien können entweder die Gabe von Medikamenten, gezielte Gymnastik, ein chirurgischer Eingriff oder eine Kombination daraus sein. Die verschiedenen Formen der Inkontinenz aus Sicht der Gynäkologie,
der Neurologie oder auch der Urologie werden beim "Inkontinenztag" besprochen. Im Rahmen der Tagung werden außerdem Themen wie
"Pflege bei Inkontinenz", "Gesundheitsvorsorge" und "Inkontinenz nach einem Schlaganfall" präsentiert.

Pilotprojekt zur Verbesserung der Lebensqualität von PatientInnen

Um im Bereich Inkontinenz weitere Fortschritte machen zu können, startete vor kurzem an zwei Stationen der 10.
Medizinischen Abteilung, Pav. IV des Geriatriezentrums am
Wienerwald ein Pilotprojekt. Unter der Führung von Prim. Dr.
Helmut LORENZ und Oberschwester Ulrike MALY wurde ein interdisziplinäres Projektteam aus Pflegepersonen und Ärzten gebildet.

Nach definierten Qualitätskriterien werden die Inkontinenzursachen, ihre medizinisch-therapeutische Behandlung
und individuell abgestimmte Pflege festgelegt. Ziel dieses
Projektes ist es, die Rate der Inkontinenten (derzeit 90 Prozent
auf den Projektstationen) deutlich zu reduzieren. Dadurch wird die Lebensqualität der betroffenen PatientInnen erheblich verbessert. (Schluss) bw

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