"Neue Zeit" Kommentar: "Geschäft" (von Josef Riedler)

Ausgabe vom 11. 2. 2001

Graz (OTS) - Es gibt kaum einen Menschen in Österreich, der nicht Kunde bei einer privaten Versicherungsgesellschaft ist. Wir lassen unsere Autos versichern, unsere Wohnungen und Häuser, wir schließen private Pensionsversicherungen ab, Zusatzversicherungen für den Krankheitsfall, Unfallversicherungen, Diebstahlsversicherungen. Das ist in der Regel alles recht gescheit, wir wissen ja: Der Teufel schläft nicht. Und so hat jeder von uns mit Versicherungsvertretern zu tun, die fallweise mit uns auch darüber zu reden, ob die Versicherungssumme einen allfälligen Schaden noch decken würde. Am Ende eines solchen Gesprächs steht meistens eine einvernehmliche Erhöhung der Versicherungssumme und - logisch - auch der Prämie. Wir regen uns nicht einmal darüber auf, dass die Verwaltungskosten der Versicherungen oft sechs bis zehn Prozent dessen auffressen, was wir bei den privaten Versicherungsinstituten einzahlen. Die gesetzliche Sozialversicherung ist den gleichen wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten unterworfen wie Privatversicherungen, mit einer kleinen Einschränkung: Sie gibt nur halb soviel für die Verwaltung aus wie private Versicherungen. Von unglaublicher Unverschämtheit ist daher die Regierungshaltung, die der Sozialversicherung ausreichende Beiträge verweigern will. Wenn es nach Haupt, Haider und Schüssel geht, wird Gesundheit in Österreich bald ein Luxus sein. Natürlich kann man sich dann auch privat versichern lassen. Wessen Geschäft betreibt diese Regierung?

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