Offener Brief von Highfields Capital an Telecom Italia

Boston (ots-PRNewswire) - Highfields Capital Management veröffentlichte heute das folgende Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden/CEO von Telecom Italia SpA, Herrn Roberto Colaninno:

Die Firma Highfields Capital Management und ihre Tochtergesellschaften halten seit etwa zwei Jahren rund 20 Millionen Sparaktien von Telecom Italia ("TI"), was 1% des gesamten Umlaufkapitals entspricht. Wir sind sehr enttäuscht über den kürzlich angebotenen Umtausch von Sparaktien und haben nicht die Absicht, an diesem Programm teilzunehmen. Nach unserer Auffassung stellt dieses Angebot einen Versuch von TI dar, aus der skeptischen Haltung des Marktes gegenüber der Bereitschaft der Geschäftsleitung, alle Inhaber von Stammaktien gleich zu behandeln, Kapital zu schlagen.

In der TI-Presseerklärung vom 5. Februar 2001 zum Aktientausch wird auf "...ähnliche Praktiken anderer Unternehmen des Konzerns (Olivetti, Tim und Seat)" Bezug genommen. Obwohl die Reduzierung der TI-Börsenkapitalisierung auf einen einzigen Stammaktientyp ein bewundernswertes Ziel und die Teilnahme an dem angebotenen Umtausch freiwillig ist (sofern eine Beteiligung von 80% erreicht wird), sind wir von einem Fehlschlagen des Programms überzeugt, weil es von einer Mehrheit der Inhaber von Sparaktien als äußerst unattraktiv betrachtet werden dürfte. Eine Analyse der Fakten rund um Aktientauschprogramme, die in letzter Zeit von anderen italienischen Unternehmen - darunter auch solche der TI-Gruppe - abgewickelt wurden, stützt diese Auffassung:

Ankündigungs- Abschlag für Abschlag für Durchschn. Abschlag Datum für den den Umtausch Sparaktien (2) für Aktien Umtausch von von Spar- bei Handels- gegenüber Stammaktien Sparaktien aktien in % schluss am für den vorangegangenen vom Stamm- Vortag Zeitraum von:
aktienpreis 1 Jahr 3 Jahren

Olivetti 24. Feb. 2000 0,0% 20,4% 11,2% 8,2%
Tim 26. Juli 2000 38,0% 47,2% 51,9% 44,9%
Seat 10. Feb. 2000 30,0% 48,3% 35,9% 33,0%
Cir 12. Sep. 2000 0,0% 12,9% 20,2% 20,5%

TI-Angebot 5. Feb. 2001 48,0%(1) 49,0% 52,5% 43,3%

(1) Minimum: 6,25 Euro pro Aktie
(2) Aus den monatlichen Kursnotierungen von Bloomberg

Rechtlich betrachtet, besitzen Inhaber von Sparaktien anteilmäßig dieselbe uneingeschränkte Beteiligung am Unternehmen wie Inhaber von Stammaktien, und es gibt - unter anderem im Zusammenhang mit Unternehmen der TI-Gruppe - Präzedenzfälle, die dies dokumentieren. Sowohl Olivetti als auch Cir haben ihre Sparaktien vor kurzem ohne Zahlung einer Prämie im Verhältnis 1:1 gegen Stammaktien umgetauscht. Selbst in Fällen eines Umtauschzwangs, in denen Aktionäre nachgegeben und zur Durchführung eines Umtauschs eine Prämie gezahlt haben (etwa bei Tim und Seat), entsprach die Prämie neun bis 18 Prozentpunkten des Abschlags, basierend auf den Schlusskursen des Vortages.

Angesichts der Einräumung eines Abschlags von 48% für den Umtausch von TI-Sparaktien, dessen Höhe dem marktüblichen und auf den Schlusskursen des Vortages basierenden Abschlag entspricht, ist die Auffassung, der Abschlag auf Sparaktien habe sich unter Ihrer Unternehmensführung beträchtlich vergrößert, unangemessen, unfair und falsch. Vergrößert hat sich der Abschlag vielmehr auf Grund von Befürchtungen einer Ihnen angestrebten Entrechtung der Inhaber von Sparaktien - Befürchtungen, die offensichtlich begründet sind, betrachtet man dieses Angebot und andere von Ihnen durchgeführte Maßnahmen.

In Anbetracht (i) der überwiegend negativen Reaktion auf das Umtauschangebot, (ii) des Kursverfalls sowohl bei Spar- als auch Stammaktien, (iii) Ihrer anscheinenden Eile bei der Reduzierung der Verschuldung von Olivetti und (iv) der von der TI-Gruppe in der Vergangenheit unternommenen Schritte würden wir erwarten, dass in Kürze ein neues Angebot vorgelegt wird. Dieses Angebot wird zweifellos mit einer etwas geringeren Prämie sowie mit einer etwas niedrigeren Mindestbeteiligung verbunden sein. Eine solche Alternative wäre aber noch immer nicht akzeptabel.

Ungeachtet unserer eigenen Auffassung könnte ein überarbeitetes Angebot die Akzeptanz anderer Sparaktien-Inhaber finden, deren Geduld durch Ihre Bemühungen, sie zu übervorteilen, zu Ende ist. Zweifellos werden Sie sich selbst anschließend zum Meister aller Aktionäre küren. Dies ist bestenfalls unaufrichtig; Sie werden wohl nicht glauben, dass es Aktionäre gibt, die nicht durchschauen, dass Sie bei jeder Gelegenheit die Interessen Ihres Konzerns über diejenigen der Aktionäre stellen. Abschließend verleihen wir unserer Überzeugung Ausdruck, dass diese unselige Episode die Zurückhaltung globaler Investoren bei der Investition von Kapital in italienischen Unternehmen weiter verstärken wird.

ots Originaltext: Highfields Capital Management
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Kontakt:
Ken Colburn, Chief Operating Officer von Highfields Capital Management, Tel. +1-617-850-7570

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