Bürgermeisterkampagne: Österreich frei von Temelinstrom!

Greenpeace startet Kampagne gegen Stromimport aus Temelin nach Österreich

Wien (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace startet heute eine groß angelegte Kampagne gegen Stromimporte aus dem Risiko-AKW Temelin nach Österreich. Zu Beginn der kommenden Woche werden zuerst alle Bürgermeister Österreichs schriftlich aufgerufen, sich daran zu beteiligen. Ziel der Aktion ist es, den deutschen Stromkonzern E.ON dazu zu bringen, die Atomstromlieferverträge mit der tschechischen Temelin-Betreibergesellschaft EEZ aufzukündigen. "Wenn die Bürgermeister in Österreich die Kampagne unterstützen, können wir alle gemeinsam Temelin verhindern", sagt Erwin Mayer, Energieexperte von Greenpeace Österreich.

Temelinstrom droht noch vor dem Sommer auf dem Umweg über Deutschland nach Österreich zu kommen. Denn das AKW wurde auch für den Stromexport nach Österreich gebaut. Der deutsche Stromgigant E.ON bezieht direkt von der Betreibergesellschaft EEZ Billigatomstrom aus Tschechien - und wird ab dem Betrieb des AKW einen Großteil des in Temelin produzierten Stroms abnehmen. Die österreichischen Stromversorger beziehen bereits Strom von der E.ON. Wenn Temelin ans Netz geht, kommt also auf dem Umweg über den deutschen Stromkonzern Temelinstrom nach Österreich. Das wird zur absurden Situation führen, dass die Österreicher gegen Temelin kämpfen, während der dort produzierte Atomstrom aus unseren Steckdosen fließt. Das will Greenpeace zusammen mit den Bürgermeistern verhindern.

Greenpeace wird sich Anfang kommender Woche in einem Brief an alle Bürgermeister Österreichs mit der Aufforderung wenden, die Deklaration "Österreich frei von Atomstrom" zu unterschreiben. Die Bürgermeister werden darin gebeten, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen und ihre Gemeinde frei von Temelinstrom zu halten. Die Gemeindeoberhäupter zeigen mit ihrer Unterschrift an, ihre Verträge mit den österreichischen Stromversorgern aufzukündigen, wenn diese nicht ihrerseits die Verträge mit dem Temelinstromhändler E.ON aufkündigen. Dadurch soll die E.ON überzeugt werden, ihre Verträge mit der EEZ aufzukündigen und Temelin wird seinen Strom nicht mehr exportieren können.

Der E.ON-Konzern exportiert seit langem Atomstrom aus seinen eigenen und anderen AKW nach Österreich, und ist damit der größte Atomverschmutzer österreichischer Elektrizität. Er will nicht nur mit Temelinstrom handeln, sondern auch mit Atomstrom aus der Ukraine und aus Russland.

Direkte Stromlieferungen aus Ländern, deren Kraftwerke nicht dem Stand der Technik entsprechen und von denen eine Gefahr für Leben und Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen ausgeht, sind seit dem neuen Stromgesetz (ElWOG) verboten. Das direkte Stromimportverbot im geltenden Stromgesetz war mit ein Erfolg einer ähnlichen Kampagne, die Greenpeace letztes Jahr organisierte. Damals beteiligten sich 450 Bürgermeister aus allen Bundesländern, die mehr als drei Millionen österreichische Bürger repräsentieren.

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Mag. Erwin Mayer,
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