Junge Menschen sind mehr als eine Statistik, Herr Minister Bartenstein!

7.000 Jugendliche brauchen einen Ausbildungsplatz

Wien (ÖGJ/ÖGB). "Heute hat Minister Bartenstein wiedermal eindringlich unter Beweis gestellt, dass er seinen Posten als Wirtschaftsminister zu 150 Prozent ausübt. Nur zur Erinnerung, Herr Minister: Sie sind ebenso Arbeitsminister!", so Albert Maringer, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ).++++

"Auch uns freut es, wenn Österreich die geringste Jugendarbeitslosigkeit aufweisen kann. Doch während sich Minister Bartenstein an seinen statistischen 4,4 Prozent erfreut, sind immer noch 7.000 Jugendliche ohne Lehrstellen", so Maringer. "Die Jugendlichen haben schön langsam die Nase voll, dass sie für manche Politiker nicht mehr als eine Statistik darstellen. Hinter dieser Statistik stecken Schicksale junger Menschen. Junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz finden, weil das Auffangnetz von der derzeitigen Regierung zerrissen wurde."

Aber nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft muss ihren Beitrag leisten, um in Zukunft auf gut ausgebildete Facharbeiter setzen zu können. "Von Wirtschaftsseite wird ständig nur über Kosten gesprochen. Die Ausbildung verursacht Kosten, die Berufschulzeit verursacht Kosten etc. Die Beträge, die ein Jugendlicher auf sich nehmen muss, spielen wohl keine Rolle. So muss sich der Lehrling beispielsweise sein Internat selbst bezahlen, was Kosten bis zu 4.500 Schilling pro Monat ausmacht. Oft braucht der Jugendliche einen Zweitwohnsitz während seiner Ausbildung, weil er an seinem Heimatort keine Lehrstelle finden konnte. Dies hat er auch aus seiner eigenen Tasche zu zahlen. Ebenso hat der Jugendliche keine Lehrlingsfreifahrt während der Berufsschulzeit, wenn er in einem Internat wohnt", erklärt Maringer.

"Die Forderung der Wirtschaft, die öffentliche Hand solle die Kosten während der Berufsschulzeit tragen, geht in die falsche Richtung", so Maringer. "Viel effizienter wäre es hingegen, wenn es endlich zu einem Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht-ausbildenen Betrieben kommen würde. Denn von der Arbeit unserer hochqualifizierten Facharbeiter profitieren sie schießlich alle." (aw)

ÖGB, 8. Feber 2001
Nr. 100

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