"Neue Zeit Kommentar": "Fremd" von Günther Gruber

Ausgabe vom 8.2. 2001

Graz (OTS) - Die Xenophobie in Österreich treibt Blüten, die bereits grotesk anmuten. Vor lauter Fremdenangst, -feindlichkeit oder -hass schneidet sich dieser Staat durch die gezielten politischen Richtlinien sogar ins eigene Fleisch. Richtlinien, die nicht erst von der schwarz-blauen Regierung erfunden, sondern bereits von dem einen oder anderen roten Innenminister vorgegeben wurden. Einer davon wurde ja wohl nicht ohne Grund von Jörg Haider über die Maßen gelobt. Es geht um die Zuwanderungsquoten, die seit Jahren so restriktiv wie kaum in einem anderen Land gehandhabt werden. Das hat gestern auch die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte kristisiert. Natürlich zielen ihre Vorwürfe in erster Linie auf Menschenrechtsfragen, allerdings wurde auch die ober erwähnte Groteske des Ins-Eigene-Fleisch-Schneidens angesprochen. Man sei doch wegen des ständigen Bevölkerungsrückganges geradezu auf Zuwanderung angewiesen. Klingt logisch, ist es für Österreichs Politiker aber nicht. Dass die Wirtschaft klagt, es gebe in Österreich viel zu wenig Informatiker, kümmert die Hüter des umgekehrten Eisernen Vorhanges nicht. Die Zuwanderungsquote wird um keinen einzigen Kopf erhöht, selbst wenn damit Österreich Schaden zugefügt wird.

Selbiges spielt sich in der Debatte der EU-Erweiterung ab. Zwar sind SPÖ und ÖVP grundsätzlich ganz entschlossen dafür, könnten dann bloß nicht Osteuropäer frei zu uns kommen, die wir derzeit noch erfolgreich aussperren.

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