Österreicher bei Berufs-WM "Gold-Kandidaten"

Vorauswahlen der CNC-Dreher und CNC-Fräser für die 36. Berufs-WM in Seoul/Korea bei Emco in Hallein

Salzburg, 6. Februar 2001/WK Sbg. "Der Countdown für die 36. Berufsweltmeisterschaft in Seoul im kommenden September läuft", so WK-Vizepräsident Komm.-Rat Julius Schmalz anlässlich der Vorausscheidungen der CNC-Dreher und CNC-Fräser vom 5. bis 9. Februar bei der Emco Maier GmbH in Hallein. Die neun Kandidaten beider Berufe, die aus ganz Österreich zusammenkommen, müssen sich sowohl in der Praxis als auch in einem theoretischen Teil in einem harten Wettbewerb bewähren. "Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Verantwortlichen des Unternehmens sowie den Experten der Wirtschaftskammer Österreich, dass sie diese Vorauswahlen so vorbildlich organisieren und auch eine Trainingswoche samt Betreuung für die Teilnehmer auf die Beine gestellt haben", betont Schmalz.<p> Seit 30 Jahren ist die Wirtschaftskammer-Organisation Mitglied der Internationalen Organisation zur Förderung der Berufsbildung (IVTO), die für die Veranstaltung von Berufsweltmeisterschaften verantwortlich zeichnet. Diese werden, ähnlich wie Olympiaden oder Sportweltmeisterschaften, alle zwei Jahre an ein neues Bewerberland vergeben. Im Vordergrund steht der internationale Wettbewerb in 40 Berufen unter einem Dach in einer überdimensionalen Werkstätte.<p> Die österreichische Beteiligung war vor allem im vergangenen Jahrzehnt von großen Erfolgen gekennzeichnet. In Lyon/Frankreich (1995), St. Gallen/Schweiz (1997) und Montreal/Kanada (1999) wurde man jeweils Mannschaftsweltmeister.<p>
Insgesamt waren bei den bisherigen 21 Beteiligungen 296 Österreicher am Start, 144 davon - also knapp die Hälfte - errangen eine Medaille. In Seoul werden mehr als 600 Jugendliche aus 35 Ländern -21 davon aus Österreich - erwartet. Das Höchstalter für eine Teilnahme beträgt 22 Jahre.<p>

Lehrlingsausbildung ist Chance und Verpflichtung zugleich<p>

Emco hat als weltweit operierendes Unternehmen seit jeher die Heranbildung von Facharbeitern unterstützt. Vor allem das technische Ausbildungsprogramm ist international anerkannt. In diesem Segment spielt der führende österreichische Werkzeug-Maschinenbauer die Pionierrolle. "Zur Herstellung von technologisch hochwertigen Werkzeugmaschinen benötigt Emco hochqualifizierte Facharbeiter. Somit ist die berufliche Unterstützung junger Menschen für uns Chance und Verpflichtung zugleich. Mit unserem Engagement im Rahmen der Berufs-WM 2001 wollen wir auch der breiten Öffentlichkeit beweisen, dass uns die Ausbildung der Jugend sehr am Herzen liegt", erklärt Dr. Herbert Moser, kaufmännischer Geschäftsführer von Emco, die Ambitionen des Halleiner Unternehmens.<p>
Bereits 1997 war man offizieller Ausstatter der Berufs-WM in St. Gallen/Schweiz. Neben der Durchführung der Vorauswahlen für die Berufe CNC-Dreher und CNC-Fräser wird Emco anlässlich des Wettbewerbes in Seoul gemeinsam mit der Wirtschaftskammer eine Ausstellung organisieren, die unter anderem die Vorzüge der dualen Berufsausbildung (Ausbildung in Betrieb und Berufsschule) in Österreich darstellt. Das Unternehmen bildet seit mehr als 40 Jahren Lehrlinge in den Berufen Industriekaufmann, Mechatroniker, Maschinenbau- und Werkzeugbautechniker, Betriebselektriker und Nachrichtenelektroniker aus. Schlüsselpositionen in Montage und Fertigung sind fast zur Gänze mit ehemaligen Lehrlingen besetzt. Zur Zeit werden am Emco-Standort Hallein rund 20 Jugendliche zu künftigen Facharbeitern ausgebildet.<p>

Ausbildung als wichtiges Firmenstandbein<p>

Mit 30% des Gesamtumsatzes stellt das Geschäftsfeld Ausbildung bereits ein wesentliches wirtschaftliches Standbein bei Emco dar. "Erfolg und Misserfolg großer Industrieunternehmen hängen längst nicht mehr nur von der Verfügbarkeit modernster Fertigungstechnologien ab. Um die zunehmend komplexere Technik zu verstehen und zu nutzen, sind erstklassig ausgebildete Fachkräfte erforderlich", erläutert DI Johann Höller, technischer Geschäftsführer bei Emco Hallein, das Engagement des Unternehmens. Das Ausbildungsprogramm, das in enger Zusammenarbeit mit technischen Schulen, Universitäten und industriellen Anwendern entwickelt wurde, basiert
auf drei wesentlichen Elementen:<p>
- Erlernen des technischen Basiswissens und der EDV-Kenntnisse zur Anwendung der CNC-Technologie,<p>
- Training und Simulation an Präzisionsmaschinen,<p>
- weiterführende Schulungsunterlagen und EDV-Schulungsprogramme für die Anwendung im Betrieb oder zu Hause.<p>
Das Emco-Trainingsprogramm geht heute über die Schulung der CNC-Technologie hinaus. Schulungsprogramme für verschiedenste Fertigungstechnologien und Abläufe im industriellen Bereich werden angeboten. Jüngstes Projekt ist eine Ausbildungs-Partnerschaft mit den deutschen Unternehmen Bosch, Lucas Nülle und SPI. Diese "Technology Transfer Alliance" (TTA) bietet ein umfassendes Trainingskonzept für moderne Industriebetriebe im Hochtechnologie-Bereich Mechatronik an. Weltweit ist Emco in mehr als 60 Ländern mit umfassenden Ausbildungskonzepten präsent.<p>

"Lehre" - viele Verbesserungen für Betriebe erreicht<p>

WK-Direktor Dr. Wolfgang Gmachl streicht die Vorzüge der dualen Berufsausbildung hervor: "Dieses System mit seiner Kombination aus Theorie und Praxis genießt weltweit höchstes Ansehen und lässt unsere Lehrlinge im internationalen Vergleich hervorragend aussehen. Das beweisen immer wieder die Ergebnisse internationaler Wettbewerbe. Basis dieses Erfolgs ist die hervorragende Ausbildung der Jugendlichen in unseren heimischen Betrieben, die damit erfolgreich selbst einem künftigen Fachkräftemangel vorbeugen."<p> Um die Lehrlingsausbildung für Unternehmer noch attraktiver zu gestalten, wurden in jüngster Zeit zahlreiche Verbesserungsmaßnahmen gesetzt. Seit 1997 wurden 97 neue bzw. überarbeitete Lehrberufe eingeführt, in denen in Salzburg bereits über 1000 Jugendliche ausgebildet werden. "Den Unternehmern haben wir auch durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Lehre enorm geholfen", so Gmachl weiter. Dazu zählen:<p>
a die Verlängerung der Probezeit auf drei Monate,<p>
Q die Verkürzung der Behaltezeit auf ebenfalls drei Monate,<p> / die Beschäftigungsmöglichkeit für Jugendliche (ab 16 Jahre) im Gastgewerbe bis 23 Uhr und <p>
. die einheitliche Senkung des Schutzalters für Jugendliche auf 18 Jahre.<p>
Nicht zuletzt wurden zahlreiche finanzielle Entlastungen im Sozialbereich (keine Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung für Lehrlinge vom 1. bis zum 3. Lehrjahr, keine Beiträge zur Unfallversicherung im 1. Lehrjahr, weitere Lehrlingsfreibeträge in der Höhe von 60.000 S) für die Ausbildungsbetriebe durchgesetzt.<p>

Offensive gegen den Fachkräftemangel notwendig<p>

Salzburgs Wirtschaft ist nach wie vor von sehr guten Arbeitsmarktdaten und einem entsprechend positiven Stimmungsbild bei den Unternehmern geprägt. In dieser Situation wird bestens qualifiziertes Personal von immer größerer Bedeutung, erst recht im Hinblick auf die zu erwartenden demographischen Entwicklungen mit rückläufigen Geburtenjahrgängen, betont der WK-Direktor: "Höchste Qualität, insbesondere in der Lehrlingsausbildung, ist eine maßgebliche Grundlage für Erfolge unserer Wirtschaft im nationalen und internationalen Wettbewerb. Um dieses hervorragende Niveau zu halten, ist eine Offensive für mehr Lehrstellen nicht nur im IT-Bereich, sondern auch bei traditionellen Berufen notwendig." Insgesamt stehen in Salzburg derzeit mehr als 10.000 Lehrlinge in Ausbildung, über 3000 davon im ersten Lehrjahr. Nach wie vor mehr als die Hälfte aller Pflichtschulabsolventen in Salzburg entscheiden sich jedes Jahr für eine "Karriere mit Lehre".<p>
"Die exzellente Berufsausbildung in Österreich stellt einen wichtigen Standortfaktor dar, der durch die Budgetsanierung nicht beeinträchtigt werden darf", so Gmachl weiter. "Vor allem die bis 2003 befristeten finanziellen Entlastungen im Sozialbereich für Ausbildungsbetriebe müssen unbedingt langfristig abgesichert werden." Um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzutreten, gelte es auch die Frauen verstärkt einzubinden und für bisher als untypisch geltende Lehrberufe zu gewinnen. Für Maturanten gibt es die Möglichkeit einer um ein Jahr verkürzten Lehrzeit. In Zukunft soll auch diese Zielgruppe verstärkt für eine "Karriere mit Lehre" interessiert werden.<p>

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