"Kleine Zeitung" Kommentar: "Feuerwand" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 06.02.2001

Graz (OTS) - Im heißen Herbst, da sah es aus, als führe in der Spitzelaffäre die brennende Lunte direkt zu Jörg Haider in die Funkleitzentrale der FPÖ. Haiders Pressesprecher und Leibwächter, so hieß es, hätten wiederholt Infos aus dem Polizeicomputer bestellt. Angebliche Begründung: "Der Chef braucht das."

Es war die Zeit, als die Oppositon "Österreich am Rande einer Staatskrise" und Haider schon am Haken wähnte. Die Staatsanwaltschaft spürte die medial hoch gepeitschte Erwartungshaltung und versuchte - im Wissen um die Schwierigkeit der Beweisführung - prophylaktisch zu kühlen: "Wonn nix is, müss ma einstellen."

Jetzt wurde eingestellt: Sowohl die Ermittlungen gegen Haider als auch gegen Ewald Stadler, den Haider als Zulieferer heiklen Datenmaterials geoutet hatte. Das war damals kein panisches Abputzen, sondern Teil der Feuerwand, die die Parteispitze als Brandschutz fürs einfache Mitglied errichtet hatte.

Die Fire Wall hielt.

Was wird übrig bleiben vom großen Skandal? Vielleicht Kabas. Vielleicht Kreißl, der Sekretär. Und vielleicht die Erkenntnis, dass der Herbst heiß sein kann dann aber sehr rasch kühl. ****

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