Kadenbach: Inakzeptable Wortwahl der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern zu BSE und Schweineskandal

Liberalisierung der Landwirtschaft rechtfertigt nicht die Verwendung illegaler Medikamente und die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung

St. Pölten, (SPI) - "Eine völlig inakzeptable Wortwahl im Zusammenhang mit BSE und Schweineskandal", ortet Niederösterreichs SP-Landesparteigeschäftsführerin Karin Kadenbach bei der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammer sowie Landwirtschaftskammerpräsident Rudolf Schwarzböck. "Die Landwirtschaftskammer und ihre Spitzenfunktionäre stellen sich völlig ins Abseits, wenn sie der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit BSE und Medikamentenmißbrauch in der Schweinezucht ‚Scheinheiligkeit‘ vorwerfen. Die Liberalisierung des Agrarmarktes rechtfertigt noch lange nicht die Verwendung illegaler Substanzen und damit eine in Kauf genommene Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung. Die Landwirtschaftskammern sollten sich der Sensibilität der Affären bewußt sein - mit einer Beschimpfung der Öffentlichkeit helfen sie den Bauern ganz sicher nicht", so Kadenbach zu jüngsten Äußerungen von Schwarzböck.****

Zudem ist für die Öffentlichkeit klar ersichtlich, dass die Landwirtschaftskammern mit der Agrarlobby der ÖVP selbst diese Fehlentwicklungen eingeleitet, ja jahrzehntelang stillschweigend geduldet haben. Massentierzuchtbetriebe mit mehreren Tausend Tieren brachten für unzählige kleine Züchter und Bauern das Aus. Medikamente zur Wachstumsförderung, wo nur mehr der Gewinn zählt und nicht die Qualität, waren in diesen Tierzuchtindustrien wohl von Beginn an mit eingeplant. "Nach der Aufdeckung der Affäre sich zu rechtfertigen, indem man erklärt, dass der Konsument, sollte er für sein Fleisch nicht mehr bezahlen wollen, quasi illegale Aufzuchtmethoden der Tiere und eine Gesundheitsgefährdung in Kauf zu nehmen hat, ist der bisherige Gipfel der Ignoranz", so Kadenbach weiter.

"Eines kommt für die Sozialdemokraten jedenfalls nicht in Frage: Dass die Konsumenten für diese Verfehlungen der Landwirtschaftskammer und der ÖVP zur Kasse gebeten werden. Mit jenen Hunderten Milliarden Schilling, die alljährlich in das Agrarsystem an Förderungen gepumpt wird, kann ebenso eine Trendwende in der Produktion und bei der Förderung in Richtung biologischer und naturnaher Produkte eingeleitet werden. Es ist nur die Frage, ob die Landwirtschaftskammern endlich das verwirklichen, was sie dem Konsumenten in ihren Hochglanzbroschüren seit Jahren versprechen", so die SPNÖ-Politikern abschließend.
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