Chemische Industrie beginnt mit Datensammlung über Altstoffe

Freiwillige Selbstverpflichtung für die sichere Anwendung von Chemikalien

Wien (PWK089) Im Oktober 2000 fiel der Startschuss für eine freiwillige Selbstverpflichtung der chemischen Industrie für die Sammlung von Daten über bekannte chemische Stoffe, die sogenannten Altstoffe. "Erfasst werden alle in Österreich produzierten bzw. aus Nicht-EWR-Staaten importierten Stoffe, die in Mengen über einer Jahrestonne eingesetzt werden", erläuterte Hannes Margreiter, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheit, Sicherheit, Umwelt - Responsible Care im Fachverband der chemischen Industrie, anlässlich der ersten Informationsveranstaltung für Vertreter von Firmen und Ministerien Ende Jänner in Wien.

Jährlich werden im europäischen Wirtschaftsraum etwa 200 neu entwickelte Stoffe in Verkehr gesetzt. Diese Stoffe sind vor dem Inverkehrsetzen umfangreichen und kostenintensiven Prüfverpflichtungen - Kosten pro Stoff von mindestens zwei Millionen Schilling - unterworfen. Altstoffe galten bislang als hinreichend dokumentiert und in der Regel als marktfähig. Bei vielen der rund 100.000 bekannten Stoffe (Altstoffe) besteht die Notwendigkeit, die Information zu verbessern. Die Informationsdefizite beruhen einerseits auf neu gewonnenen Erkenntnismöglichkeiten über Stoffeigenschaften und auch darauf, dass Herstellern und Importeuren die Anwendungsgebiete der Stoffe nicht hinreichend bekannt sind, und daher für diese Anwendungen keine Daten erarbeitet wurden.

Hier hakt die freiwillige Selbstverpflichtung der chemischen Industrie ein. Von den Altstoffen sind ca. 30.000 Stoffe in Mengen über einer Jahrestonne in der EU von wirtschaftlicher Bedeutung. Davon spielen rund 3.000 Stoffe, die in Mengen über 1.000 Jahrestonnen eingesetzt werden, eine entscheidende Rolle, da sie rund 99,7 Prozent der Stoffproduktion ausmachen.

In Anlehnung an die freiwillige Selbstverpflichtung des deutschen Chemieverbandes VCI, verpflichtet sich Österreichs chemische Industrie für im Inland erzeugte oder aus Nicht-EWR-Staaten importierte Stoffe, die in Mengen über einer Jahrestonne zum Einsatz kommen, bis Ende 2002 Datensätze über gefährliche und anwendungsrelevante Eigenschaften bereitzuhalten. Dazu gehören neben physikalisch-chemischen Grunddaten, wie Flammpunkt, Wasserlöslichkeit oder Explosionsgefahr, auch Daten zum Verhalten in Bezug auf Mensch und Umwelt.

Mit der Selbstverpflichtung zur Datenerhebung bei Altstoffen hat der Fachverband der chemischen Industrie Weichen gestellt, dass von Unternehmen bestimmte Datensätze bereitgehalten werden, die auch für die Erstellung optimal ausgefüllter Sicherheitsdatenblätter notwendig sind. Eine im Fachverband eingerichtete Arbeitsgruppe unterstützt die Unternehmen bei der Datenbeschaffung über Altstoffe durch Experten.

Weiters steht allen Mitgliedsfirmen seit Beginn des Jahres 2001 das "Branchenkonzept Chemische Industrie" als Hilfsmittel zur Identifizierung von Abfallvermeidungs- und Verwertungspotenzialen zur Verfügung. Mit diesen Maßnahmen wird die chemische Industrie im Sinne des Umwelt- und Sicherheitsprogrammes "Responsible Care" bei Chemikalien von der Entstehung über ihre richtige Anwendung bis hin zur Entsorgung tätig. (mh)

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