HIV-Infektionen nehmen wieder zu

Wien (OTS) - Tag für Tag infizieren sich in Österreich ein bis zwei Menschen mit dem HI-Virus - jenem Virus, das den Immundefekt Aids verursacht. Seit 1983 sind in Österreich mehr als zweitausend Menschen daran erkrankt, mehr als 1.200 an Aids gestorben. Weltweit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als 36 Millionen Menschen infiziert. "Obwohl Aufklärung nicht nur in den Risikogruppen verstärkt durchgeführt wird, nimmt die Zahl der Neuinfektionen wieder zu. Der Trend ist, dass vor allem heterosexuelle Frauen stärker betroffen sind", sagt Dr. Heinz Peter Slatin vom Österreichischen Roten Kreuz.

Aids ist das letzte Stadium einer HIV-Infektion. Es ist ein schwerer Immundefekt, der dazu führt, dass Betroffene lebensbedrohliche Infektionskrankheiten und/oder bösartige Tumore bekommen und daran sterben. Aids entsteht dadurch, dass das HI-Virus Zellen des Immunsystems befällt. Slatin: "Es schädigt genau jene Zellen, die bei der körpereigenen Abwehr eine zentrale Rolle spielen. Normalerweise enthält ein Kubikmillimeter Blut 800 bis 1.000 derartiger Zellen. Sinkt der Anteil unter 200, bedeutet dies Aids."

Das HIV wird durch Sperma, Blut, Scheidensekret und Muttermilch übertragen. HIV-positive Mütter können das Virus auch über die Nabelschnur oder bei der Geburt übertragen. "Nachweisbar ist es auch in Tränenflüssigkeit, Schweiß und Speichel, doch ließ sich bisher eine Übertragung auf diesem Wege nicht nachweisen", so Slatin.

Zu den Risikogruppen gehören Homosexuelle, Menschen mit wechselnden Sexualpartnern, Drogenabhängige, die gemeinsam Injektionsnadeln benutzen, aber auch medizinisches Personal, das mit Blut oder Blutprodukten zu tun hat. Slatin: "Keine Infektionsgefahr besteht aber bei Händeschütteln oder Umarmen, bei der gemeinsamen Benützung von Geschirr oder Wäsche oder etwa beim Anhusten oder Anniesen. Auch in öffentlichen Schwimmbädern oder gemeinsam benützten Sanitäranlagen besteht kein Risiko."

Es gibt bisher noch keine Impfung gegen Aids. Das Wichtigste ist daher die Vorbeugung. "Wenn Sie Ihren Sexualpartner noch nicht lange kennen, sollten Sie immer Kondome benützen. Im Falle einer Infektion kann mit guter medizinischer Behandlung zwar keine Heilung erzielt werden, bei einem frühzeitigen Behandlungsbeginn können Medikamente jedoch die Vermehrung der Viren verlangsamen. Lebensdauer und Lebensqualität können beträchtlich erhöht werden", sagt Slatin.

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