Nationalbank-Zentralbetriebsrat gegen Schaffung einer neuen Superbehörde "Allfinanzaufsicht"

Bankenaufsicht sollte OeNB übertragen werden - Gegen

Wien (OTS) - Zwangsauslagerung von OeNB-MitarbeiterInnen an neue Behörde=

Der Zentralbetriebsrat der OeNB fordert den
Finanzminister auf, die Kompetenzen der Bankenaufsicht vollständig an die OeNB zu übertragen. Dies sei eine wirtschaftlich optimale Lösung, Synergien könnten extensiv genutzt werden, so dazu Donnerstag Zentralbetriebsrats- vorsitzender Mag. Thomas Reindl. Das österreichische Bankwesen würde dadurch eine kostengünstige und bewährte Lösung bekommen.

Weiters würden die nationale wie internationale Reputation klar für die OeNB sprechen. "Da unsere Aufsichtsabteilungen schon jetzt sehr eng mit dem Finanzministerium kooperieren, verfügt die OeNB bereits über die organisatorische und personelle Basis für die Bankenaufsicht.", unterstrich Reindl.****

Wesentliche Funktionsmerkmale seien u.a. die Erstellung und Analyse der Bankenstatistiken, die "schnelle Eingreiftruppe", die on-site-inspection (vor Ort Prüfungen) durchführt - die Feldarbeit bei den österreichischen Banken im Inland und im Ausland erfolgt de facto nur durch die OeNB - die Analyse der Revisionsberichte der Wirtschaftsprüfer und die Risikomodellprüfungen.

Wie gut die Abteilungen funktionieren, hätten die Riegerbank AG, die Diskontbank AG oder der Fall Bank Burgenland gezeigt. "In den genannten Fällen haben unsere Prüfer bereits in einer sehr frühen Phase die Probleme aufzeigt, die aufsichtsrechlichen Schritte - die per Gesetz nicht durch unser Haus gesetzt werden können - ließen allerdings etwas zu lange auf sich warten", betont Reindl. Neben der nationalen Expertise ist die Nationalbank und deren MitarbeiterInnen auch international gefragt und anerkannt. Die OeNB ist in allen wesentlichen internationalen Bankenaufsichtsgremien prominent und führend vertreten. Schließlich ist die OeNB durch ihre Aufgabe als "Lender of last ressort" auch Garant und Stabilitätsanker für den Österreichischen Finanzmarkt.

Angeblich würden zudem nun im Ministerium Überlegungen angestellt, die OeNB gesetzlich zu zwingen, die mit Bankenaufsichtsaufgaben befassten MitarbeiterInnen der neuen Behörde zu überlassen. "Diese Form des Menschenhandels lehnen
wir kategorisch ab. Wir werden den Mitarbeitern nicht
empfehlen, in eine ungewisse Zukunft zu gehen.", unterstreicht
der Betriebsratsvorsitzende. Völlig offen sei zudem, unter dem Motto "wer soll das bezahlen", die Finanzierung einer neuen, außerhalb der Nationalbank angesiedelten, Superaufsicht. "Wie
zu lesen ist, zieren sich die österreichischen Banken, für die Aufsichtspolizeipläne der Bundesregierung zu bezahlen. Wäre die Bankenaufsicht in der OeNB, würde es keine
Finanzierungsprobleme geben.", schloss Reindl. (schluss)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Zentralbetriebsrat
der Oesterreichischen Nationalbank
Tel.Nr.: 404 20 DW 9900

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS