Lackner: Molterer muss Konsequenzen ziehen

Neubeginn in der Agrarpolitik ist mit Minister unmöglich

Wien (SK) "Mit Minister Molterer ist ein Neubeginn in der Agrarpolitik und eine echte Reform zugunsten der bäuerlichen Betriebe nicht möglich. Wenn Molterer einen echten Neubeginn will, muss er über die Grenzen nach Deutschland blicken und die Konsequenzen ziehen", erklärte SPÖ-Abgeordneter Manfred Lackner Donnerstag vor dem Nationalrat in einer Debatte zum Grünen Bericht. "Molterer macht es sich heute leicht. Er nimmt alles Gute für sich in Anspruch und behauptet, dass für all das Schlechte die Anderen schuld sind. Das ist keine politische Verantwortung", kritisierte Lackner. Für die Fehler in der Agrarpolitik sei ausschließlich Molterer verantwortlich. Der jüngste Skandal in der Schweine- und Geflügelzucht zeige, dass die Landwirtschaftspolitik eine große Gefahr für die Gesundheit der Konsumenten sei. ****

BSE, Salmonellen, Schweinepest und der Antibiotikaskandal seien die Symptome eines kranken Agrarsystems. Österreich sei davon nicht verschont, da könne man nichts herunterspielen. Lackner warf der Regierung vor, zu beschwichtigen, zu verharmlosen und zu verniedlichen. "Der Beschwichtigungsweltmeister Molterer spielt den Skandal herunter. Jetzt so zu tun, als ob das ganze ein Kavaliersdelikt von einigen schwarzen Schafen sei, ist verantwortungslos."

Die illegale Antibiotika-Anwendung zur Wachstumsförderung führe zu Antibiotikarückständen im Fleisch und zu resistenten Bakterien. Gefährliche Infektionskrankheiten beim Menschen könnten so nicht mehr bekämpft werden, betonte der SPÖ-Abgeordnete. Eine Untersuchung in den Niederlanden habe gezeigt, dass Tierpfleger, Schlächter und Einwohner aus der Umgebung von mit illegalen Medikamenten versorgten Schweinen und Truthähnen teilweise Träger von Bakterien seien. "Bei uns ist das im Prinzip das gleiche. Eine Untersuchung am Robert Koch-Institut hat gezeigt, dass der Antibiotika-Einsatz zu Resistenzen führt, die die Regierung unterschätze.

In der Schweiz sei der Beweis erbracht worden, dass man auch mit Biostimulation ausgezeichnete Werte erreichen könne. Lackner erklärte abschließend seine Forderungen an eine "Landwirtschaft neu": Lackner forderte eine radikale Umstellung der Agrarförderung, auf die alle schon lange warten würden, eine Unterstützung der Bioverbände bei der biologischen Beratung und einen dreißigprozentigen Anteil von Biobauern im Verhältnis zu konventionellen Landwirten bis 2005. (Schluss) ts

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