Pjeta ruft zu sachlicher Gesundheitspolitik auf

Ärztekammerpräsident: Personaldiskussion blockiert Weiterentwicklung - Erstes Regierungsjahr fand ohne Gesundheitspolitik statt - Hände weg von übertriebener Zentralisierung

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, rief Donnerstag zu einer sofortigen und nachhaltigen Versachlichung der Gesundheitspolitik auf. Die ungelösten Personalprobleme und die heftige Auseinandersetzung um die Spitze des Hauptverbandes seien eine ernsthafte Gefahr für die überfällige Weiterentwicklung im Gesundheitssystem, meinte Pjeta in einer Aussendung.

Nachdem die Regierung nun ein Jahr im Amt sei, bestehe dringender Bedarf an der Neuorganisation der Gesundheitsbetreuung. Das betreffe die Veränderung der Gewichtung zwischen Spital und wohnortnaher Betreuung sowie die Finanzierung des Gesundheitswesens. Pjeta hat den Eindruck, dass der Streit um die wichtigsten Funktionen innerhalb des Hauptverbandes zu einer Lähmung der notwendigen Reformen führen werde. "Noch erkenne ich keine substanzielle Gesundheitspolitik, nimmt man einmal die bekannten Sparappelle aus", sagte Pjeta. Die Ausweitung der spitalsentlastenden Gesundheitsversorgung durch niedergelassene Ärzte würde völlig in der Luft hängen. Der Ärztekammerpräsident: "Eigentlich wäre zu erwarten gewesen, dass fertige Konzepte jetzt schon umgesetzt werden. Davon sind wir leider weit entfernt."

In diesem Zusammenhang spart der hohe Ärztevertreter auch nicht mit Kritik am Hauptverband. Dieser habe es verabsäumt, Kreativität zu entfalten und Ideen zu entwickeln. Es sei beschämend, dass der Vertrag über Hauskrankenbehandlung durch niedergelassene Ärzte ersatzlos auslief.

Abschließend warnte Pjeta davor, die notwendige Reform des Hauptverbandes mit einer Entmündigung der Selbstverwaltung anzugehen. Die demokratische Organisation der Sozialversicherung garantiere ungleich mehr Patientennähe, als es eine Zentralisierung je könne.

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